Watchmen (Rezension)

Watchmen (Comic)
Watchmen (Comic)

Was 1985 in diesem Comic geschrieben wurde, gehört vielleicht zum Besten, was ich je gelesen habe.

„Watchmen“ ist mehr als ein Graphic Novel. Es ist der erste Versuch, hinter das WESEN von erdachten und möglichen, realen Superhelden zu sehen. Ein Meisterwerk rund um Ethik, Psyche und dem Aufzeigen von alternativen Sichtweisen.

Denn die maskierten Abenteurer der leicht geänderten Welt aus 1985 sind alles andere als „echte Helden“. Es sind Charaktere mit Fehlern. Vielen Fehlern. Manche sind so dunkel wie die Nacht finster – und dabei gefährlicher für die Allgemeinheit als ihre Widersacher. Rohrschach – ein psychopatischer Irrer. Der Comedian – ein amoralischer Söldner. Und der einzige „echte“ Superheld, dessen Wahrnehmung von Zeit ihn daran hindert an den Geschehnissen ernstlich teilzunehmen.

Das Paradox

Sie alle sind der Stoff, aus dem eine Antwort auf die Frage nach dem Wesen des Menschen gegeben wird. Und es ist eine düstere Wahrheit, die aus den Untiefen der Erkenntnis heraufsteigt, wenn wir diesen Menschen bei ihrem Abstieg zusehen. Diesen Menschen, die einmal das Beste wollen und das Schlimmste erreichen – und einmal das Schlimmste tun und (vielleicht?) das Beste erreichen.

Denn als die Geschichte ihren Lauf nimmt, und jemand sich auf die Jagd nach den ungleichen Figuren macht, scheint sie der Umstand zu einen, dass die Welt sie von ihrem Antlitz tilgen möchte. Von allen Seiten hagelt es Schläge – und die Charaktere arbeiten ihre individuellen Geschichten auf wie es jeder tut, der vor Allem in der Vergangenheit lebt. Als sie erkennen, dass sich rund um ihre Personen ein komplexes Netz aus Intrigen spinnt, ist es schon beinahe zu spät.

Also schlüpfen sie noch einmal in ihre Rollen – jeder nach Maßgabe seines eigenen Weges mit diesen zu brechen. Doch der Widerstand wächst – und der Tod ist der ständige Begleiter ihrer Bemühungen, an deren Ende nur etwas stehen kann, das noch furchtbarer ist, als eine jeder Menschlichkeit entrückte, brutale Welt mitten im kalten Krieg.

Fazit

Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, der sollte es dringend tun. Ich möchte es allen empfehlen, die sich weder vor der Düsternis der Zeichnungen, noch vor den menschlichen Abgründen der Story zurückschrecken.

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14 Kommentare zu „Watchmen (Rezension)“

      1. Aye, Comics als Medium. UND Superhelden-Comics. Sie werden ja immer in die infantile Ecke gestellt. Aber Bücher wie dieses beweisen, dass das Niveau auch ein ganz anderes sein kann als bei „Winnie the Pooh“. :mrgreen:

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    1. Es handelt sich bei „Watchmen“ eigentlich um ein „Graphic Novel“ – also ein „Comic im Buchformat“, der einen höheren literarischen Anspruch erhebt und sich an Erwachsene als Zielgruppe richtet.

      Aber die Übergänge sind fließend… 🙂

      Es zahlt sich auf jeden Fall aus, es einmal zu lesen. Allerdings ist leihen in diesem Fall wohl die bessere Option. Es ist ziemlich teuer…

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    1. Ich fand sie, entgegen den meisten anderen, gar nicht so schlecht. Gut – einiges davon konnte nicht adäquat umgesetzt werden; aber das war bei diesem Stoff gar nicht anders möglich.

      Nicht zuletzt der Autor hat zugegeben, dass er den Comic absichtlich so gestaltet hat, dass eine Verfilmung schwer würde. Ich meine, dass ihm das gelungen ist. 🙂

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