Rezension: Eine kurze Geschichte der Zeit

Long Story short

einekurzegeschichtederzeit
Das Universum ist verdammt groß. Warum eigentlich?

Die ‚kurze Geschichte der Zeit‘ ist eigentlich ein Klassiker der einschlägigen Literatur. Und Stephen Hawking jemand, der sich schon zu Lebzeiten einen Platz unter den größten Wissenschaftern unserer Zeit verdient hat. Dieses Buch gehört gelesen.

Dieses Buch ist so vollgestopft mit Informationen, dass man zeitweilig den Eindruck erhält, Stephen Hawking hätte einen Weg gefunden die Zeit zu komprimieren, die man zum Schreiben braucht.

Ich werde mich mit dieser Rezension deshalb besonders kurz fassen – schließlich tut Stephen Hawking das auch. 🙂

Ich mag Einsteins Feststellungen nicht

Seit Einstein wissen wir, dass die Zeit nicht linear ist. Eine Erkenntnis, ohne die wir kein Navigationssystem zum Laufen bringen könnten. Eine Erkenntnis, die wir benötigen um zu verstehen, wie unsere Welt funktioniert. Und eine Erkenntnis, die sich den wenigsten von uns jemals erschließt.

Ein Beispiel gefällig? Gut! Warum bleiben wir dann nicht beim schon erwähnten Navigationssystem? Als man die entsprechenden Satelliten nämlich ins All schoss musste man gleich zwei von Einsteins ‚Gesetzen‘ anwenden: Die allgemeine und die spezielle Relativitätstheorie. Als Einstein nämlich feststellte, dass das Vergehen von Zeit direkt zusammenhängt mit dem Vorhandensein von Gravitation (also Schwerkraft), wusste man nämlich, dass die Zeit auf so einem Satelliten anders vergeht als bei uns auf der Erde.

Da ein GPS-Signal im Grunde aber ein Zeitsignal ist, war es ganz besonders wichtig, dass die Uhren an Bord und die Uhren auf der Erde exakt aufeinander abgestimmt sind. Würde man auf Einstein also keine Rücksicht nehmen – wir würden uns um mehrere Kilometer verfahren, wenn auch nur ein Bruchteil einer Sekunde Differenz wäre. Denn unser liebgewordenes ‚Navi‘ macht nichts anderes als aus den Zeitsignalen verschiedener Satelliten die Position des Fahrzeugs auszurechnen, in dem wir uns befinden.

Gut … die Uhren können noch so exakt sein: Irgendwer wird immer U-Bahn-Treppen runterrattern oder Einbahnen in falscher Richtung befahren. 🙂

Zeit ist nicht einfach das Aufeinanderfolgen von Sekunden

Stephen Hawking erklärt, in einfachen Worten, wie die Idee von ‚Zeit‘, ihre wissenschaftliche Wahrnehmung sozusagen, sich im Laufe der Jahrtausende veränderte. Er zeigt, dass sie vor der Entstehung unseres Universums nicht existiert haben kann und dass sie eines Tages zu Ende gehen könnte. Dabei unterhält er mit humorvollen Vergleichen und Anekdoten, wie wir sie von seinen anderen populären Büchern bereits gewohnt sind.

Und noch etwas sind wir gewohnt: Am Ende des Buches fragen sich die meisten von uns nämlich, was zum Teufel sie da eben gelesen haben. Denn während der Lektüre klingt alles logisch – und kurz darauf versucht man verzweifelt, sich wenigstens die Eckpunkte einzuprägen. Und am Ende bleibt vor Allem eines: Das Gefühl, dass dieses Universum viel geheimnisvoller ist, als man es sich vorstellen könnte. Aber das hat ja bereits jemand anderer festgestellt.

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. – Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

(Douglas Adams, Das Restaurant am Ende des Universums)

Keine 42 – Kein Gott?

Gott führt, in Sachen Wissenschaft, ein Rückzugsgefecht. Je mehr wir wissen, so die allgemeine Auffassung, desto weiter muss die Vorstellung eines allmächtigen Wesens (egal welcher Ausprägung) zurückweichen.

Einsteins Theorien erklären uns, dass das Universum in einem riesigen Knall entstanden sein muss. Der ‚Urknall‘ wurde von der katholischen Kirche inzwischen sogar zu der Methode erklärt, die Gott benutzte um den Samenkorn ins Nichts zu pflanzen, den wir heute Universum nennen. Das Dumme ist nur, dass Einsteins Theorien genau da versagen. Der Urknall ist zwar eine logische Konsequenz aus ihrer Gültigkeit – sie selbst hätten aber zu dem Zeitpunkt, an dem er stattgefunden haben müsste, jedenfalls nicht gewirkt.

Hier kommt die Quantenphysik ins Spiel. Diese hat Erklärungen parat, mittels derer eine Menge mehr über diesen Moment des Urknalls ausgesagt und berechnet werden kann. Das Dumme ist nur, dass bisher niemand versteht, wie Relativitätstheorie (die praktisch getestet eben zum Beispiel in Sachen GPS von Nutzen ist und somit quasi ‚bewiesen‘ wäre) und Quantenmechanik (deren Auswirkungen praktisch noch keinen so großen Nutzen haben, in die man aber berechtigter Weise die größten Hoffnungen setzt) zusammenarbeiten.

Zwar hat Hawking scheinbar für alles eine Erklärung – doch deren Letztgültigkeit darf man getrost genauso bezweifeln, wie man alles andere anzweifeln darf. Kennen sollte man sie dennoch, denn dieser Mann hat wirklich Ahnung. Und er könnte genauso gut richtig liegen.

Die Frage nach der 42 scheint er trotzdem nicht richtig gestellt zu haben. 😉

Fazit

Na … ganz so kurz ist mein kleiner Text ja nun doch nicht geworden. Aber es ist eben nicht einfach zu zeigen, dass schwarze Löcher, der Urknall, sowjetischer Stolz und die Tatsache, dass wir Menschen niemals schneller als mit Licht reisen werden (Damn you, Einstein!) zusammenhängen.

Lest das Buch selbst. Ich glaube, es ist sogar Anfänger-geeignet. 🙂


Anmerkungen

Das Hintergrundbild im Titelbild wurde hier heruntergeladen. Es befindet sich in der Public Domain.


einekurzegeschichtederzeitEine kurze Geschichte der Zeit
Stephen Hawking

Rowohlt Verlag
Taschenbuch, 272 Seiten
978-3499626005

(D) € 9.99
(A) € 10.30

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3 Kommentare zu „Rezension: Eine kurze Geschichte der Zeit“

  1. Asche auf mein Haupt, auch ich habe das Buch noch nicht gelesen. Ich hatte es zwar immer mal wieder in der Hand aber immer Angst es wär zu hoch für mich. Allerdings liebe ich Dokus über das Universum, da werd ich mich wohl nie satt schauen können und die Doku-Reihe mit Hawking find ich einfach fantastischt.

    Vielleicht sollte ich mir das Buch dochmal noch zulegen.

    Und ja, so gehts mir auch immer nach einer Doku, währendessen scheint immer alles so klar, logisch und wenn man danach drüber diskutieren will… O_O

    Danke auf alle Fälle für die tolle Rezi! Hat spass gemacht sie zu lesen.

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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    1. Danke! 🙂

      Ich glaube nicht, dass es für jeden etwas ist, ‚zu hoch‘ ist es andererseits bestimmt auch nicht. Hawking schreibt nebenbei Kinderbücher und hat eine Menge Erfahrung darin quasi ‚unbedarfte‘ Leser abzuholen.

      Ich kann es nur empfehlen – es öffnet völlig neue Einsichten in ein Universum, das für uns Menschen in Wahrheit gar nicht vollends verständlich sein kann. 🙂

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