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Rezension: Unter Toten 1

Ein gewagtes Unternehmen…

Unter Toten 1 von DJ Molles
Das Cover ist Programm.

Amerikaner haben für (oder gegen) alles einen Plan. Ehrlich. Auch für den Fall, dass die Zivilisation, so wie sie sich selbst gerne sähe, zusammenbricht. Sobald die US-Regierung, das Militär und die zivilen Behörden Gefahr laufen die Kontrolle zu verlieren, tritt eine ganz besondere Einheit (verborgen) in Aktion.

Eigentlich ist es ja das Gegenteil einer ‚Einheit‘, denn dieser Haufen Soldaten ist über das ganze Land verstreut. In jedem Bundesstaat sitzt ein einzelnes Mitglied dieses Teams und wartet. Denn wann auch immer große Gefahr droht werden diese Soldaten in Bunker geschickt, wo sie eine ganze Weile auf ihren Einsatz warten. Es gibt zwei mögliche Ausgänge dieser Aktion: Entweder es gibt Entwarnung, dann dürfen sie wieder an die Oberfläche und weiter harmlose Hausbesitzer in unscheinbaren Wohngegenden spielen. Oder aber, der Ernstfall tritt ein.

Meist handelt es sich bei ihren Bunker-Besuchen nur um kurzfristige Aufenthalte, und sie werden wieder an die frische Luft gelassen. Diesmal jedoch nicht.

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Rezension: Die vielen Leben des Harry August

Round and round it goes

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Das ausgesprochen gelungene Cover: Ewiger Kreis, und so…

Zeitreisen sind, in der Science Fiction, ein alter Hut. Oder ein neuer Hut. Je nachdem, ob man sich am Anfang oder am Ende einer Zeitschleife befindet und in welche Richtung man darauf unterwegs ist. Oder so. In ‚Die vielen Leben des Harry August‘ ist der Protagonist nur in eine Richtung unterwegs – und innerhalb seines eigenen Lebens. Das dafür mehrfach, ohne Zeitmaschine und sensationell gut geschrieben.

Es gibt viele Bücher, in denen sich alles um Zeitreisen dreht. Dass Zeitreisen selbst – zumindest unserem heutigen Verständnis von Raum und Zeit nach – nahezu unmöglich sind, ist für SciFi-Autoren bekanntlich kein Hindernis, sondern allenfalls ein Grund mehr sich eine Lösung zu überlegen die glaubhaft ist. Manchmal gehen sie aber auch einen ganz anderen Weg. Eine Abkürzung, sozusagen.

Indem sie diesen Aspekt einfach völlig unerklärt lassen nehmen sie einen großen Brocken potenzieller Erklärungsnot aus dem Rennen und überlassen das ‚wie‘ dem Leser und seiner Fantasie. Das funktioniert natürlich nicht immer.

In ‚Die vielen Leben des Harry August‘ funktioniert das. Und wie.

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Rezension: Tagebuch der Apokalypse

Alles kein Problem

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Das Cover ist nicht gerade brillant. Und trotzdem vielleicht das Beste an diesem Buch.

Gleich vorweg: Es gibt Ausnahmen. Und trotzdem würde ich – läge es in meiner Macht – eine Regel aufstellen: Angehörige des US-Militärs sollten die Griffel von der Tastatur lassen. Ehrlich. Vor Allem, wenn sie vorhaben Zombie-Romane zu schreiben. Warum? Dieses Buch zeigt genügend Gründe auf.

Diese gibt es natürlich wie Sand am Meer – und einige der besten kommen tatsächlich aus den USA. Die Vielseitigkeit dieses Landes macht es als Bühne für große Katastrophen perfekt; wie man nicht zuletzt auch in der Zeitung lesen kann.

Wenn es um Fiktion geht, dann kann man getrost noch einen drauf setzen, denn jeder weiß, wie Amerikaner ticken. Zumindest jene in den Büchern. Und vielleicht ist es das, was dieses Buch so … langweilig macht? Ich weiß es nicht. Aber langweilig war es.

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Rezension: Das Erbe von Berun (Blausteinkriege #1)

Die Bedeutung von ‚Blau machen‘

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Das Cover kann jedenfalls überzeugen.

Tolkiens ‚Herr der Ringe‘ ist unerreicht. Zumindest von anderen. Die Blausteinkriege bieten zwar keine epische Bühne und auch keine derart mitreißende, die Jahrzehnte wohl überdauernde Geschichte – dafür aber einige recht kreative Einfälle, die dieses Schiff durchaus noch Fahrt aufnehmen lassen könnten.

Finger weg von Drogen! Ich sage das nur, weil ich nicht will, dass Euch das gleiche passiert wie der von T und S Orgel geschaffenen Welt – die zerbricht nämlich geradezu am Konsum von Blaustein. Was das ist? Na … ‚Zeug‘ eben. Eigentlich nicht viel anders als Pfefferminzbonbons und Ecstasy (für die jüngeren unter Euch: Das war einmal eine Party-Droge) gemischt.

Oh … und bei manchen weckt Blaustein außerdem verborgene Kräfte. Und ich meine damit nicht das Tanzen (für die jüngeren unter Euch: Damit ist mein Ecstasy-Witz abgeschlossen). 😉

Der Einstieg in die Welt deren Namen ich entweder gar nicht kenne oder verschlafen habe erfolgt ziemlich radikal: Wir werden Zeuge, wie zwei Blaustein-Sammler im globalen Süden brutal von Mutter Natur zu- bzw. hingerichtet werden. Damit ist auf den ersten Seiten gleich klar, dass mit der fantastischen Fauna nicht gut Blaustein-Essen ist. Kirschen. Wie auch immer.

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Der Thronfolger und die eigene Kindheit

Ein Werdegang

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Ein prägendes Buch für so manchen Leser

Ich habe als Kind viel gelesen. Als Erwachsener wurde ich dann – mehr oder weniger per Zufall – zum Buchhändler. Dazwischen gab es Phasen, in denen ich gar kein Buch zur Hand nahm. Wie war das bei Euch?

Mein älterer Sohn (7) hat es geschafft den Hobbit fertig zu lesen. Wenn ich mich bei seinen Klassenkameraden umsehe, dann frage ich mich oft, wie es dazu kommen kann, dass manche Eltern ihren Kindern überhaupt nie ein Buch schenken. Oder nahelegen.

Neue Bücher in der Buchhandlung zu kaufen war damals für uns nicht möglich, ich wuchs unter finanziell eher schwierigen Verhältnissen auf. Meine Lektüren waren meistens aus der Bibliothek entliehen – was mir nur deshalb etwas ausgemacht hat, weil ich gerne Detektiv-Geschichten gelesen habe, in denen geheime Botschaften versteckt waren. Um diese zu lesen, brauchte man eine eigene, dem Buch ursprünglich beigelegte, Karte – und die fehlte meistens schon.

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Rezension: Ich, der Roboter

Es ist nicht alles Stahl was glänzt

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Das positronische Gehirn von Data (aus Star Trek) – © Paramount

Manche sind ihrer Zeit voraus. Im Fall von Isaac Asimov kristallisiert sich erst langsam heraus, wie weit genau er das war.

Drähte, Schrauben und Metallgehäuse. Das ist alles, was man benötigt um einen Robot zu basteln. Zumindest, wenn man sich die SciFi- und Weltraum-Fantasy-Folklore von Isaac Asimovs Zeit ansieht.

Doch das Universalgenie des Genres (er war in vielen, vielen wissenschaftlichen Disziplinen bewandert) sah voraus, dass es zwischen Rechenschieber und Quantencomputer mehr geben musste als die Schulweisheit sich erträumen lies.

Und so schuf er das „positronische Gehirn“. Und mit ihm die künstliche Intelligenz. Vom positronischen Gehirn sind wir weit entfernt – die künstliche Intelligenz hingegen ist im Grunde schon vorhanden.

Man sollte meinen, dass alle jubeln. Sollte. In Wirklichkeit warnen einige der hellsten Köpfe des Planeten vor ihr. Und das aus guten Gründen. Einige davon hat Isaac Asimov vorweg genommen. In neun zusammenhängenden Kurzgeschichten, die er geschrieben hat. Zwischen 1940 und 1950.

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