Rezension: Stolz und Vorurteil und Zombies

Disclaimer

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Nicht unbedingt mein Fall, auch wenn Zombies darin vorkommen…

Nein, dieses Buch ist nicht unbedingt neu. Allerdings kommt demnächst seine Verfilmung über uns – und deshalb dachte ich mir, ich lese es doch noch. Und sei’s auch nur, um zu entscheiden ob ich sie mir ansehen werde. ‚Stolz und Vorurteil und Zombies‘ also. Ein Blick ins Buch.

Ich bin kein Fan von Jane Austen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich damit nicht alleine bin. Das nur vorweg – damit nachher niemand sagt, dass ich doch das Original lesen sollte, wenn ich mit dieser Variante des Themas nicht zufrieden bin. 😀

Und das bin ich nicht.

Das hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist aber vielleicht, dass ich schon mit Jane Austens ‚Stolz und Vorurteil‘ nicht viel anfangen konnte. Auch, wenn die literaturgeschichtliche Bedeutung (vor Allem in einschlägigen Kreisen) nicht bezweifelt werden darf, fand ich das Buch in erster Linie langweilig. Sorry. Mit Zombies wird’s aber auch nicht besser…

Geröchel allerorten

Die Geschichte von ‚Stolz und Vorurteil und Zombies‘ orientiert sich naturgemäß stark am Original. Seth Grahame-Smiths kreativer Beitrag beschränkt sich zwar nicht ausschließlich auf das Hinzufügen einer Zombie-Bedrohung, tänzelt aber nicht unbedingt weit weg von jener Geschichte, die Jane Austen in den Kanon der Must-Reads katapultiert hat.

Keine großen, neuen Storylines und keine überbordend umgestalteten Charaktere: Man könnte fast sagen, die Änderungen sind viel zu gering ausgefallen. Klar – ich habe so manche Rezension gelesen, die sämtlichen Änderungen den Status von Sakrilegien zuschrieb; für mich waren sie allerdings deutlich feinfühliger untergebracht, als ich es mir gewünscht hätte.

Zombies in der englischen Gesellschaft zur Zeit der großen gesellschaftlichen Riten – meine Güte! Man hätte wirklich mehr herausholen können. Es darf nämlich bezweifelt werden, ob völlig unnötige Gepflogenheiten nicht vielmehr hätten durch die drohende Apokalypse völlig verdrängt werden müssen. „Einführungen in die Gesellschaft“ zum Beispiel. Ich meine … wer zum Teufel hätte die Zeit zu solchem Veitstanz, wenn das Ende naht?

Selbstverständlich weiß ich, dass diese Prämisse (also … realistisches Abändern der Original-Story) das sofortige Ende des Witzes bedeutet hätte, den das Buch darstellt. Manchmal ist eine Geschichte aber einfach unmöglich aber nicht unmöglich genug. Niemand wird Douglas Adams ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘ als Zukunftsvision verstehen – und vielleicht gerade deshalb, der Entfernung zu jeder Wahrscheinlichkeit (Entfernung und Unwahrscheinlichkeit sind sogar Antrieb der Story, könnte man sagen) wegen, ist sie lesbar und witzig.

Aber Geschichten zwischen diesen beiden Polen … nein. Mit denen habe ich so meine liebe Not.

Das Andere daran

Nunja … da haben wir das Meiste schon verraten. Zombies in ‚Stolz und Vorurteil‘ also. Aber wie darf man sich das vorstellen?

Etwa so: Alle Konflikte des Originals wurden in diesem Buch so umgeschrieben, dass sie innerhalb einer Zombie-Apokalypse noch halbwegs Sinn™ ergeben. Kampfstile und -szenen übernehmen die Rolle wilder Dispute; Krankheit und Siechtum das Links und Rechts vom einmal eingeschlagenen Pfad der Neuinterpretation. Die Zombies spielen dabei ganz bestimmt keine Hauptrolle, sind vielmehr eine Art neuer Rahmen für ein altes Bild. Brutal vielleicht – aber nicht gerade zahlreich.

Einmal kommt es, zum Beispiel, während einer Ballszene zum Auftritt der als Gehirnfresser porträtierten Untoten. Nach kurzem „Hack and Slay“ geht die Gesellschaft allerdings wieder zum Normalzustand über. Oder zumindest beinahe. Köpferollen. Blut vom Säbel wischen. That’s it. Mehr ist da nicht. Außer vielleicht einer an der Seuche sterbenden Figur hie und da. Mal schneller und mal langsamer – aber wie ein zurückschnalzendes Gummiband kehrt die Geschichte wieder zu ihrem Stamm zurück.

Für mich war das jedenfalls nicht genug. Besonders, wo ich doch schon das Original nicht gerade prickelnd finde.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Ich würde das Buch (ich weiß, das wird jeden verwundern, der die Rezension bis hierher gelesen hat) nicht unbedingt empfehlen. Ob ich mir den Film ansehen werde, der demnächst in die Kinos kommt, weiß ich noch immer nicht.

Was meint Ihr? Werdet Ihr ihn Euch ansehen? Oder: Warum nicht? 😀

Der Film

Hier ist jedenfalls der Trailer zum Film.

Also – wer geht hin? 😀


 

Anmerkungen

Das Hintergrundbild in diesem Titelbild stammt von Pexels. Es wurde hier heruntergeladen.


stolzundvorurteilundzombiesStolz und Vorurteil und Zombies
Seth Grahame-Smith

Heyne Verlag
Taschenbuch, 480 Seiten
9783453533516

(D) € 11.99
(A) € 12.40

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6 Kommentare zu „Rezension: Stolz und Vorurteil und Zombies“

  1. Ich verstehe dich und deine Schwierigkeiten mit dem Original. Zur zombiefizierten Version kann ich nix sagen, da ich das (u.a. auf Grund deines Beitrags, aber nicht ausschließlich deswegen) Buch definitiv nicht lesen werde. Mir reichte schon ein 2seitiger Ausschnitt in einem LIteraturkurs *schüttel*.
    Den Film werde ich mir wohl ansehen, in der Hoffnung, hier ein wenig… mehr zu sehen. Und weil ich als Doctor Who Fan so ein wenig wegen Matt Smith reingehen werde. 😉
    Danke für die Rezi, sie hat meine vorgefasste Meinung (schlimm, ich weiß) gefestigt. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Ich danke!

      Natürlich steht Matt Smith auf der „Plus-Seite“. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er den Rest hinwegspielen kann. 😀

      Vermutlich finde ich, in diesem Fall, sowieso niemanden, der ihn sich mit mir ansehen würde. Und dann hat das Schicksal entschieden. 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Interessanter Einblick! Also ich bin jedenfalls mal sehr gespannt auf den Film .. das Buch subbt auch schon seit Weihnachten bei mir rum … Ich habe eigentlich fest vor es noch zu lesen, auch wenn Deine Rezension nicht gerade ermunternd ist ;-)) aber ich mochte das Original und hege daher noch Hoffnung für mich.

    LG & einen schönen Abend
    Kati

    Gefällt 1 Person

  3. Huch, mir war gar nicht bewusst, dass die Geschichte bald auch im Kino läuft. Gleich mal vom SuB kramen…
    Sehr schöner Beitrag. Da weiß ich ja, worauf ich mich vorbereiten muss.

    Gefällt mir

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