Schlagwort-Archive: Zukunft

Klassenkampf in Übersee

Der Klassenkampf ist ein altes Schlagwort. In der Vergangenheit wurde er marginalisiert – und dennoch: Dort, wo er quasi am ‚totgesagtesten‘ war, beginnt sich die breite Basis zu bewegen. Und das ist gut so.

Schön, dass es Menschen wie Jon Steward gibt, der sich dieser Problematik annähert – in einer Art und Weise, die gleichsam unterhaltend ist, und dabei die Fakten nicht vergisst.

Weil er so genial ist (und ich zwischen Windel wechseln, Schlumpf werden und sämtlichen anderen Aufgaben eines abenteuerlichen Männerlebens im 21. Jahrhundert keine Zeit hab‘ selbst etwas zu schreiben…), möchte ich ihn hier einmal verlinken. 😉

John Steward: The Poor’s free ride is over! (engl.)

Das Brodeln in Europa

Was wir miterleben ist nicht weniger als der Anfang vom Ende. Keine Angst – ich bin kein Anhänger apokalyptischer Ideen oder Verschwörungstheoretiker ersten Ranges. Dennoch kann ich nicht umhin das ‚Brodeln‘ in den sozialen Medien, der Kampf gegen ACTA und seine großen und kleinen Geschwister oder das Aufkommen einer repolitisierten Jugend zu bemerken.

Als (parteipolitisch) eigentlich heimatloser Linker freut mich das. Grundsätzlich. Zwar entspringt diese neue Welle des überlegten Widerstands nicht der Freiwilligkeit oder politischem Interesse. Vielmehr handelt es sich um eine notwendige Reaktion auf Druck von Außen, von einer langsam aus sanften Schönwetterwolken fallenden Kaste schreihälsiger Wirtschaftsmagnaten und vom Markt versklavter, ja von diesem eher schon erhaltenen, Politiker.

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Hinter Eis: Männer, die aus der Kälte kommen.

Was Bobby Anders in ‚Hinter Eis‘ zeichnet, ist ein Bild von einer furchtbaren Welt. Eine, in der Feminismus nur mehr ein Thema ist, um die Massen zu unterhalten; weil es keine Männer mehr gibt.

Zumindest nicht im öffentlichen Leben. Die ‚Subhumanen‘ Wesen werden aufwendigst eingefroren und nur dann aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt, wenn ein von Amts wegen angeordneter Befruchtungsversuch stattfinden soll. Entrechtet, geknechtet und gedemütigt fristen sie ihr nicht-Dasein in kleinen Zellen und warten unbewusst auf eine Gelegenheit aufzuwachen. Für ein paar Stunden.

Leider wird nicht ganz klar, wie es denn zu solchen Zuständen kommen konnte. Klar ist, dass es sich dabei um eine überzeichnete Vision gewisser Frauenbewegungen handelt; eine Art Extrem-Weiterspinnen von Trends und Forderungen. Die Motivation von Bobby Anders wird mir jedenfalls ein Rätsel bleiben…

Die Protagonistin, die in dieser Welt nichts weniger tut als sich in eine ‚Eistüte‘, wie die Männer auch genannt werden, auch noch verliebt, bedient sich zur Schilderung ihrer Erlebnisse des üblichen ‚Femsprech‘; etwas, was Alice Schwarzer vermutlich vor Begeisterung den Sabber zusammenfließen lassen würde. Die Intention ist klar: Alles Männliche in der Sprache wurde ausgemerzt und durch diverse weibliche Formen ersetzt (Kaffee => Cafina, Mond => Luna, …).

Der Gedanke ist nett – aber leider wird allzuoft nicht konsequent danach gehandelt.

Wie auch immer – es ist eine Geschichte, bei der man nicht sagen kann ob es sich um Horror handelt, Gesellschaftskritik verkörpern soll, oder einfach nur ‚zum Spaß‘ geschrieben wurde. Ich jedenfalls kann’s nicht.