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Das Obst des Jahres ist ein Mann

Stell Dir vor es ist Eltern, und keiner denkt mit

TheLastCandyCane

Jubel, Trubel und das völlig entnervende Geräusch miteinander über belanglosen Firlefanz streitender Verwandter erfüllte den Verkaufsraum unserer Buchhandlung. Kleine Kinder verteilten von Candy-Canes zuckrigen Sabber nach einem erstaunlich unregelmäßigen Muster auf dem Boden, ältere Damen unterhielten sich über Literatur die sie nicht verstanden und eine Reihe verzweifelter Ehemänner fragten nach Frauenliteratur. Für die Mütter ihrer Frauen.

Ein weihnachtliches Abenteuer mit Kopfschüttel-Potenzial.

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Bobo-Mütter

Unglaubliches spielt sich einer Buchhandlung nahezu jeden Tag ab. Doch vor Allem dann, wenn man unweit von ‚Boboville‚ arbeitet treten die hellsten Leuchten dieser ungemein spannenden Subkultur in den persönlichen Einflussbereich.

Epochale Dialoge spielen sich dann ab.

„Ich such‘ ein Buch.“ – die Bauerneröffnung also.

„Selbstverständlich. Was für eines denn?“, folgt routiniert als Konter.

„Ein anspruchvolles Kinderbuch … so eines ohne moralischen Zeigedaumen.“, werden Phrasen schief gedroschen.

„Ah … ohne moralischen Zeigefinger. Na … da gibt’s bestimmt eine ganze Menge. Wie alt ist denn das Kind?“, bohrt meiner-einer nach. Schließlich ist diese Information essentiell. Könnte ja sein, dass ihr ‚Kinder‚-Begriff ein wenig weit gefasst ist.

„Naja … eineinhalb.“

Es folgt die Gewohnte Atempause, in der ich versuche meine Gesichtsmuskulatur zu entspannen. Als Gegenmittel zur aufkeimenden Panik vor einem Lachanfall versuche ich an etwas trauriges zu denken – blöd nur, dass das Traurigste, was mir gerade einfallen will, die Szene ist, vor der ich mental flüchten wollte.

Kurz bevor’s auffällig wird, versuche ich das Ruder herumzureißen und den Dialog mitsamt seiner Würde noch zu retten.

„Also in dieser Altersstufe gibt es normalerweise noch gar keinen Text. Da sind eher Bilderbücher, maximal mit ein paar Gegenstandsbezeichnungen üblich. Bei den ersten Bilderbüchern mit Geschichte gibt’s dann eher kleine Tätigkeitsbeschreibungen á la Tom und Susi spielen gerne Ball und so. Davor, so mit etwa zweieinhalb, drei Jahren fasziniert man Kinder am Ehesten mit Wimmelbüchern.“, führe ich aus.

„Ja, aber ich will doch auch was, das mich dabei anspricht – etwas, das fordert.“, meint sie entrüstet.

Und an der Stelle sei gesagt, dass ich nicht zu den zurückhaltendsten Menschen zähle. Deshalb gratuliere ich mir dazu nicht gesagt zu haben, dass wir damit wohl wieder bei den Bilderbüchern mit den kleinen Gegenstandsbezeichnungen wären.

Und das ist tatsächlich passiert.