Schlagwort-Archive: Bücher

Der Thronfolger und die eigene Kindheit

Ein Werdegang

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Ein prägendes Buch für so manchen Leser

Ich habe als Kind viel gelesen. Als Erwachsener wurde ich dann – mehr oder weniger per Zufall – zum Buchhändler. Dazwischen gab es Phasen, in denen ich gar kein Buch zur Hand nahm. Wie war das bei Euch?

Mein älterer Sohn (7) hat es geschafft den Hobbit fertig zu lesen. Wenn ich mich bei seinen Klassenkameraden umsehe, dann frage ich mich oft, wie es dazu kommen kann, dass manche Eltern ihren Kindern überhaupt nie ein Buch schenken. Oder nahelegen.

Neue Bücher in der Buchhandlung zu kaufen war damals für uns nicht möglich, ich wuchs unter finanziell eher schwierigen Verhältnissen auf. Meine Lektüren waren meistens aus der Bibliothek entliehen – was mir nur deshalb etwas ausgemacht hat, weil ich gerne Detektiv-Geschichten gelesen habe, in denen geheime Botschaften versteckt waren. Um diese zu lesen, brauchte man eine eigene, dem Buch ursprünglich beigelegte, Karte – und die fehlte meistens schon.

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Rezension: Zeitfuge

Countdown läuft…

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Sullivans Vision der Zukunft ist fantasy-voll.

Michael J. Sullivan schreibt eigentlich keine Science-Fiction. Er schreibt Fantasy. Gut … das zeigt sich auch bei ‚Zeitfuge‘. Dass das aber nicht unbedingt schlecht ist, zeigt er uns.

Stellt Euch vor, Ihr könntet mit einer Rakete quasi eine ‚Runde um den Block‘ drehen. Mit Lichtgeschwindigkeit. Muss nicht besonders weit hinaus gehen, damit ihr einen Effekt spürt. Oder viel mehr: Damit Ihr die Folgen seht.

Denn eine Rückkehr zu Erde würde sehr bald eines zeigen. Falten auf den Gesichtern Eurer Kinder – und einige vertraute Gesichter weniger.

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Rezension: Tot weil dumm (Zombies-Nechronologien #2)

Zombies

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Extrapunkte für den Titel: Tot weil dumm

Eine tolle Sache, wenn sich vermindert Lebende durch die Straßen einer Stadt schleppen und ihre potenzielle Beute den Post-Apokalypso tanzen lassen. Dass dieser auch im guten alten Europa grandios getanzt wird zeigt einmal mehr Olivier Peru.

Ich bin ein großer Fan der ganzen Reihe. Mich hatte Olivier Peru bereits mit der ZOMBIE-Serie gepackt, in der er einen gewissen Sinn für Ironie zum Fundament seiner Erzählungen gemacht hat. Auch in seiner Serie ‚Nechronologien‘ wanken Untote durch die Straßen – doch zeigt er keine Geschichte (oder Entwicklung) in epischer Breite wie etwa bei ‚The Walking Dead‘, sondern vielmehr Einzelschicksale.

Furchtbare Einzelschicksale, wohlgemerkt – denn in mancherlei Hinsicht lässt diese Reihe seine amerikanischen Pendants wie einen Kindergeburtstag aussehen.

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Rezension: Es ist Dein Planet!

Die letzten Züge?

EsIstDeinPlanet
Sascha Mamczak ist der ausgewiesene SciFi-Experte des Heyne Verlags

Es ist nicht leicht, in eine Welt geboren zu werden, in der Menschen die Zukunft ihrer Kinder wie eine Melkkuh benutzt haben. Jetzt, wo die gegebene Milch langsam sauer wird, ist es kurz vor knapp – doch Jugendliche scheinen sich zu fragen, was sie jetzt noch groß dagegen unternehmen sollen. Dieses Buch will Antworten geben.

Dieser Planet liegt in den letzten Zügen. Nun ja … vielleicht noch nicht ganz in den letzten Zügen – aber er ist verdammt nah dran.

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Rezension: Die dunklen Gassen des Himmels

Vorwort

Das deutsche Cover ist sensationell gut gelungen.
Das deutsche Cover ist sensationell gut gelungen.

Tad Williams ist bei seinen Fans vor allem für seine dichte Erzählweise und seinen einzigartigen Humor bekannt. Mit ‚Die dunklen Gassen des Himmels‘ macht er sich über nichts weniger her als über die Seelen seiner Leser. Lesenswert? Seht selbst…

Sie kennen sie selbstverständlich auch: Kinderzeichnungen von geflügelten Menschen. Sie wissen schon. ‚Engel‘. Die mit merkwürdigem Musikgeschmack ausgestatteten Produzenten von Kartenspielen und Wundercremés auf ‚AstroTV‘. Ach … lassen wir das.

In Wirklichkeit haben nämlich weder die Kinderzeichnungen noch die Wundercremés und noch nicht einmal die (oft unbestritten schönen) Darstellungen auf Kirchenfenstern viel mit der Realität zu tun. Warum? Das lässt uns Tad Williams in ‚Die dunklen Gassen des Himmels‘ wissen.

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Rezension: Das Lied des Eisdrachen

Vorwort

'Ardara und der Eisdrache' in neuem Gewand
‚Adara und der Eisdrache‘ in neuem Gewand

Ein Kinderbuch von einem Erfolgsautor, der für seine Brutalitäten genauso bekannt ist wie für seine gelegentlichen Überschreitungen von (oft zu engen) Grenzen. Aber kann jemand, der ‚Game of Thrones‘ erschafft, auch Kinderliteratur schreiben? Ich möchte hier eine Antwort geben.

George R R Martin, der ältere Herr mit Mütze, kann schreiben. Soweit so gut. Aber was heißt das?

Dass er mit seinen Büchern Erwachsene unterhalten kann, hat er mehrfach bewiesen. Science Fiction, Fantasy oder Superhelden-Stories: Wo der Mann mit Bart und prägnanter Mütze in die Tasten haut, da ist der Erfolg nicht weit.

Selbst, wenn er seitenlang über Mahlzeiten unter den schlimmsten Bedingungen schreibt vergeben wir ihn. Obwohl er unsere Helden sterben lässt wie ein gut platzierter Hieb mit der Fliegenklatsche lästige Insekten. Das alles wissen wir.

Aber wie sieht es mit seiner Kinderliteratur aus?

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