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Ayla und das Tal der Pferde

Ayla und das Tal der PferdeAuf die erste Hälfte des Buches will ich nicht näher eingehen. In jedem anderen Roman wäre sie wohl als kleine Vorgeschichte realisiert worden – im Fall von Ayla und dem Tal der Pferde hingegen wurde sie eben bis zum Erbrechen gestreckt.

Nichts desto trotz erfährt man auch in diesem Roman endlich ein wenig über das Zusammenspiel zwischen Neandertalern und Homo Sapiens. Wenn Ayla, die in ‚Ayla und der Clan des Bären‚ als kleines Mädchen von einem Neandertaler-Clan gefunden und aufgezogen wurde, auf Jondalar, der lange vor diesem ‚Clash of cultures‘ mit seinem Bruder Thonolan losgezogen war um die Welt zu erkunden.

Da das Buch weniger Handlung als Faktenwissen bietet, lasse ich auch den Rest des Inhalts weg. Kurzum: Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die gerne mehr über das Leben der ersten Menschen erführen. Allen anderen möchte ich es eher als Einschlafhilfe verschreiben.

PS: Manche Leute schaffen es, dass erotische Szenen weit länger dauern, als der längste vermutlich jemals praktizierte Akt selbst. 😉

Ein somalisches Rennpferd in der Wüste

Es gibt soetwas wie eine Steigerung für das Wort ‚extravagant‚, nehme ich an. Leider kenne ich es nicht. Was mir sehr wohl bekannt ist, allerdings, sind Kunden mit ausreichend exotischen Wünschen. Sie fallen vor Allem durch die vielen blumigen Umschreibungen auf.

Sehr beliebt sind dieser Tage ‚Wirklich, wirklich liebe Freundinnen‚, die irgendeine Kreuzfahrt mitmachen. Zumeist wird irgendein Zwischenstopp (etwa Indonesien oder Marokko) dabei zum Anlass genommen ein Buch zu schenken. Nicht, dass ich es nicht toll fände, wenn liebe Menschen mit Waren aus unserem Laden einmal um die Welt geschickt würden! Alleine die Vorstellung darüber was man denn so zu lesen mitgeben möchte ist oft skurril.

Etwas heiteres aus Somalia‚, etwa. Oder ein Buch über ‚Nomaden in der Sahara. Aber eher etwas … ich weiß nicht … nicht so fad. Schon etwas belletristisches‚.

Üblicher Weise werden solche ausgefallenen Wünsche (zumeist auch noch von Menschen vorgebracht, die selbst nicht lesen – ‚zu fad‘) immer mehr, bis etwa zum 22. Dezember. Dieser stellt, der Erfahrung nach, dann den Zenit dar. Dann kommen die ‚Verzweifelten‘. Aber über die werde ich nicht lästern – zumeist gehöre ich selbst zu ihnen. 😉

Der Buchhändler und sein Alptraum

Kunden. Der Alptraum des Buchhändlers.

Ich weiß nicht wie oft ich das zu hören bekommen. ‚Entschuldigen Sie … ich such‘ ein Buch!“.

Abgesehen davon, dass es wirklich kreativere Einstiege in die Materie gibt, möchte ich jedes Mal etwas dämliches darauf sagen. ‚Oh – trifft sich gut! Ich hab‘ hier zufällig eines.‚ wäre eine Möglichkeit. Oder ‚Ein blaues?

Man ist ja bemüht nett und höflich zu bleiben – und doch stößt man dabei immer wieder an seine persönlichen Belastungsgrenzen. Vor Allem Frauen mittleren Alters können eine wahre Herausforderung sein. Oder ältere Herren. Alle anderen Gruppen haben selbstverständlich auch ihre Spakos – aber scheinbar leiden die Mitglieder jener beiden unter besonders häufig nervenden Genossen.

Zum Beispiel die Frauen mittleren Alters

Ich such‘ Frauenliteratur.‚ steigt sie in den Ring.

Ich bin verwirrt. Zwar gibt es eine Sparte die, meist unter der Hand, als ‚Freche Frauen Literatur‘ bezeichnet. Bücher, die sich um ‚Mr. Right‘ drehen und sich zumeist aus Sekt schlürfenden Shoppaholics speisen. Da ich mir das im konkreten Fall nicht vorstellen kann, frage ich nach – und bekomme prompt zur Antwort: ‚Na, Bücher von Frauen halt.

Ich staune, räuspere mich und versuche es mit blanker Wahrheit: ‚Also … wir … äh … trennen nicht zwischen weiblichen und männlichen Autoren.

‚Na super. Und wie soll ich dann bitteschön suchen?‚, echauffiert sie sich. Auf ihrem Gesicht ist klar bares Unverständnis zu erkennen. Sie scheint wirklich betroffen.

Also … üblicher Weise sucht man ja nach literarischer Gattung. Dem Genre. Was hätten Sie denn gesucht?‚, versuche ich mich als Reiseleiter durch die wunderbare Welt der Bibliographie.

Na früher hat’s mal so tolle. Also ich hab‘ da immer so … Geschichten über Frauen gelesen.

Ich nicke. Verständnisvoll, könnte man sagen. Nicht, weil ‚Geschichten über Frauen‘ weniger toll wären als ‚Geschichten über Männer‘. Sondern weil ich mit dieser Information wirklich nichts anfange und mir das Umfeld dieser Dame langsam Leid tut.

Da bleibt mir jetzt wohl nichts anderes über als zu schmökern, sozusagen.‚, meint sie resigniert. Und gibt mir damit eine Gelegenheit zu flüchten.

Zum beispiel ältere Herren

Die Königs-Eröffnung älterer Herren nervt mindestens ebenso wie begriffsstutzige Kundinnen. Sie lautet ungefähr so: ‚Junger Mann. Sie sind ja sicher zu jung, aber vor ein paar Jahren hat’s mal so ein Buch gegeben.

Ach, nee. Ein blaues?

Das war von irgend-so-einem Deutschen. Oder Ungarn. Und der hat über ein Problem mit seiner Mutter geschrieben. Leider erinner‘ ich mich jetzt nicht mehr an den Titel – oder den Verlag. Aber das Buch war damals … na das hat jeder g’lesen. Und ich möcht‘ das einem Freund schenken.

…und wann war das – nur ungefähr?‚ – frage ich unschuldig. Mir ist schon klar, dass ich das Buch so nicht finden werde, aber wenn er jetzt eine Jahreszahl nennt die sich in etwa kurz nach der mittleren Jungsteinzeit ansiedelt (und nur jemand, der diese miterlebt hat, darf mich ungestraft mit junger Mann anreden0! :mrgreen: ), dann wird ihm schnell klar werden, dass das nicht geht.

Na, das ist etwa 20 Jahre her.‚, antwortet er gelassen. ‚In den Siebzigern.

Ah eh. 😉

Hinter Eis: Männer, die aus der Kälte kommen.

Was Bobby Anders in ‚Hinter Eis‘ zeichnet, ist ein Bild von einer furchtbaren Welt. Eine, in der Feminismus nur mehr ein Thema ist, um die Massen zu unterhalten; weil es keine Männer mehr gibt.

Zumindest nicht im öffentlichen Leben. Die ‚Subhumanen‘ Wesen werden aufwendigst eingefroren und nur dann aus dem künstlichen Tiefschlaf geholt, wenn ein von Amts wegen angeordneter Befruchtungsversuch stattfinden soll. Entrechtet, geknechtet und gedemütigt fristen sie ihr nicht-Dasein in kleinen Zellen und warten unbewusst auf eine Gelegenheit aufzuwachen. Für ein paar Stunden.

Leider wird nicht ganz klar, wie es denn zu solchen Zuständen kommen konnte. Klar ist, dass es sich dabei um eine überzeichnete Vision gewisser Frauenbewegungen handelt; eine Art Extrem-Weiterspinnen von Trends und Forderungen. Die Motivation von Bobby Anders wird mir jedenfalls ein Rätsel bleiben…

Die Protagonistin, die in dieser Welt nichts weniger tut als sich in eine ‚Eistüte‘, wie die Männer auch genannt werden, auch noch verliebt, bedient sich zur Schilderung ihrer Erlebnisse des üblichen ‚Femsprech‘; etwas, was Alice Schwarzer vermutlich vor Begeisterung den Sabber zusammenfließen lassen würde. Die Intention ist klar: Alles Männliche in der Sprache wurde ausgemerzt und durch diverse weibliche Formen ersetzt (Kaffee => Cafina, Mond => Luna, …).

Der Gedanke ist nett – aber leider wird allzuoft nicht konsequent danach gehandelt.

Wie auch immer – es ist eine Geschichte, bei der man nicht sagen kann ob es sich um Horror handelt, Gesellschaftskritik verkörpern soll, oder einfach nur ‚zum Spaß‘ geschrieben wurde. Ich jedenfalls kann’s nicht.