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So geht sie hin…

 

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Heute ist meine Uhr von mir gegangen. Und das auf höchst merkwürdige Art und Weise: Die kleinen metallenen Klötzchen, die für jeweils fünf Minuten stehen, haben sich einander genähert. Dafür habe ich mich von ihnen getrennt. 🙂

Der Buchhändler und sein Alptraum

Kunden. Der Alptraum des Buchhändlers.

Ich weiß nicht wie oft ich das zu hören bekommen. ‚Entschuldigen Sie … ich such‘ ein Buch!“.

Abgesehen davon, dass es wirklich kreativere Einstiege in die Materie gibt, möchte ich jedes Mal etwas dämliches darauf sagen. ‚Oh – trifft sich gut! Ich hab‘ hier zufällig eines.‚ wäre eine Möglichkeit. Oder ‚Ein blaues?

Man ist ja bemüht nett und höflich zu bleiben – und doch stößt man dabei immer wieder an seine persönlichen Belastungsgrenzen. Vor Allem Frauen mittleren Alters können eine wahre Herausforderung sein. Oder ältere Herren. Alle anderen Gruppen haben selbstverständlich auch ihre Spakos – aber scheinbar leiden die Mitglieder jener beiden unter besonders häufig nervenden Genossen.

Zum Beispiel die Frauen mittleren Alters

Ich such‘ Frauenliteratur.‚ steigt sie in den Ring.

Ich bin verwirrt. Zwar gibt es eine Sparte die, meist unter der Hand, als ‚Freche Frauen Literatur‘ bezeichnet. Bücher, die sich um ‚Mr. Right‘ drehen und sich zumeist aus Sekt schlürfenden Shoppaholics speisen. Da ich mir das im konkreten Fall nicht vorstellen kann, frage ich nach – und bekomme prompt zur Antwort: ‚Na, Bücher von Frauen halt.

Ich staune, räuspere mich und versuche es mit blanker Wahrheit: ‚Also … wir … äh … trennen nicht zwischen weiblichen und männlichen Autoren.

‚Na super. Und wie soll ich dann bitteschön suchen?‚, echauffiert sie sich. Auf ihrem Gesicht ist klar bares Unverständnis zu erkennen. Sie scheint wirklich betroffen.

Also … üblicher Weise sucht man ja nach literarischer Gattung. Dem Genre. Was hätten Sie denn gesucht?‚, versuche ich mich als Reiseleiter durch die wunderbare Welt der Bibliographie.

Na früher hat’s mal so tolle. Also ich hab‘ da immer so … Geschichten über Frauen gelesen.

Ich nicke. Verständnisvoll, könnte man sagen. Nicht, weil ‚Geschichten über Frauen‘ weniger toll wären als ‚Geschichten über Männer‘. Sondern weil ich mit dieser Information wirklich nichts anfange und mir das Umfeld dieser Dame langsam Leid tut.

Da bleibt mir jetzt wohl nichts anderes über als zu schmökern, sozusagen.‚, meint sie resigniert. Und gibt mir damit eine Gelegenheit zu flüchten.

Zum beispiel ältere Herren

Die Königs-Eröffnung älterer Herren nervt mindestens ebenso wie begriffsstutzige Kundinnen. Sie lautet ungefähr so: ‚Junger Mann. Sie sind ja sicher zu jung, aber vor ein paar Jahren hat’s mal so ein Buch gegeben.

Ach, nee. Ein blaues?

Das war von irgend-so-einem Deutschen. Oder Ungarn. Und der hat über ein Problem mit seiner Mutter geschrieben. Leider erinner‘ ich mich jetzt nicht mehr an den Titel – oder den Verlag. Aber das Buch war damals … na das hat jeder g’lesen. Und ich möcht‘ das einem Freund schenken.

…und wann war das – nur ungefähr?‚ – frage ich unschuldig. Mir ist schon klar, dass ich das Buch so nicht finden werde, aber wenn er jetzt eine Jahreszahl nennt die sich in etwa kurz nach der mittleren Jungsteinzeit ansiedelt (und nur jemand, der diese miterlebt hat, darf mich ungestraft mit junger Mann anreden0! :mrgreen: ), dann wird ihm schnell klar werden, dass das nicht geht.

Na, das ist etwa 20 Jahre her.‚, antwortet er gelassen. ‚In den Siebzigern.

Ah eh. 😉