Archiv der Kategorie: Bücher

Ich bin Buchhändler. Was also sonst?

Rezension: Tagebuch der Apokalypse

Alles kein Problem

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Das Cover ist nicht gerade brillant. Und trotzdem vielleicht das Beste an diesem Buch.

Gleich vorweg: Es gibt Ausnahmen. Und trotzdem würde ich – läge es in meiner Macht – eine Regel aufstellen: Angehörige des US-Militärs sollten die Griffel von der Tastatur lassen. Ehrlich. Vor Allem, wenn sie vorhaben Zombie-Romane zu schreiben. Warum? Dieses Buch zeigt genügend Gründe auf.

Diese gibt es natürlich wie Sand am Meer – und einige der besten kommen tatsächlich aus den USA. Die Vielseitigkeit dieses Landes macht es als Bühne für große Katastrophen perfekt; wie man nicht zuletzt auch in der Zeitung lesen kann.

Wenn es um Fiktion geht, dann kann man getrost noch einen drauf setzen, denn jeder weiß, wie Amerikaner ticken. Zumindest jene in den Büchern. Und vielleicht ist es das, was dieses Buch so … langweilig macht? Ich weiß es nicht. Aber langweilig war es.

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Rezension: Das Erbe von Berun (Blausteinkriege #1)

Die Bedeutung von ‚Blau machen‘

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Das Cover kann jedenfalls überzeugen.

Tolkiens ‚Herr der Ringe‘ ist unerreicht. Zumindest von anderen. Die Blausteinkriege bieten zwar keine epische Bühne und auch keine derart mitreißende, die Jahrzehnte wohl überdauernde Geschichte – dafür aber einige recht kreative Einfälle, die dieses Schiff durchaus noch Fahrt aufnehmen lassen könnten.

Finger weg von Drogen! Ich sage das nur, weil ich nicht will, dass Euch das gleiche passiert wie der von T und S Orgel geschaffenen Welt – die zerbricht nämlich geradezu am Konsum von Blaustein. Was das ist? Na … ‚Zeug‘ eben. Eigentlich nicht viel anders als Pfefferminzbonbons und Ecstasy (für die jüngeren unter Euch: Das war einmal eine Party-Droge) gemischt.

Oh … und bei manchen weckt Blaustein außerdem verborgene Kräfte. Und ich meine damit nicht das Tanzen (für die jüngeren unter Euch: Damit ist mein Ecstasy-Witz abgeschlossen). 😉

Der Einstieg in die Welt deren Namen ich entweder gar nicht kenne oder verschlafen habe erfolgt ziemlich radikal: Wir werden Zeuge, wie zwei Blaustein-Sammler im globalen Süden brutal von Mutter Natur zu- bzw. hingerichtet werden. Damit ist auf den ersten Seiten gleich klar, dass mit der fantastischen Fauna nicht gut Blaustein-Essen ist. Kirschen. Wie auch immer.

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Zombiefilm a la Kollywood

Action, Action, Action – Indiens Filmindustrie

Indien. Ein Subkontinent, der niemals verlernt uns mit seinen Filmen zu verblüffen. Ganz ehrlich – man weiß nie, was kommt.

Selbstverständlich weiß man in der ganzen Welt inzwischen, dass die indischen Märchenschmieden der amerikanischen in kaum etwas nachstehen. Und ungefähr genauso bekannt ist meine Abneigung gegen amerikanisch-pathetische Selbstbeweihräucherung. Aber wenn ich die Wahl zwischen einer übertrieben häufig gezeigten US-Flagge und DEM HIER habe, dann weiß selbst ich, wofür ich mich entscheide.

Kollywood ist übrigens das Bollywood, in dem Filme in tamilischer Sprache entstehen. Der indische Stil bleibt in jedem Fall erhalten. Bis einer weint.

Viel Spaß. 🙂

Alle Filmrechte © 2016 Sony Music Entertainment India Pvt. Ltd.

Der Trailer wurde bei comicbookresources.com gefunden.

Rezension: Aera – Die Rückkehr der Götter

Es ist alles göttlich, was glänzt

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Für manche Bücher seh ich rot.

Manche Ideen klingen eben besser als sie umgesetzt werden können. Und das ist schade – in diesem Fall ganz besonders.

Die Idee klang wirklich ansprechend. Wirklich. Also ich meine … so richtig. Stellt Euch vor, Ihr lest einen typischen Asterix-Band. Der kleine Gallier – Ihr erinnert Euch? Wann immer er sich nicht mehr auskannte lief sein Gesicht rot an, seine Helm-Flügel legten sich nach hinten und er brüllte etwas ähnliches wie: „Beim Teutates – jetzt habe ich aber genug von dem Unfug.“.

Tja. Und jetzt kommt der Dreh: In ‚AERA‘ würde dieser Spruch tatsächlich Sinn ergeben, selbst wenn er von einem heutigen Franzosen dem nächsten Römer entgegen gebrüllt würde.

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Rezension: Ich, der Roboter

Es ist nicht alles Stahl was glänzt

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Das positronische Gehirn von Data (aus Star Trek) – © Paramount

Manche sind ihrer Zeit voraus. Im Fall von Isaac Asimov kristallisiert sich erst langsam heraus, wie weit genau er das war.

Drähte, Schrauben und Metallgehäuse. Das ist alles, was man benötigt um einen Robot zu basteln. Zumindest, wenn man sich die SciFi- und Weltraum-Fantasy-Folklore von Isaac Asimovs Zeit ansieht.

Doch das Universalgenie des Genres (er war in vielen, vielen wissenschaftlichen Disziplinen bewandert) sah voraus, dass es zwischen Rechenschieber und Quantencomputer mehr geben musste als die Schulweisheit sich erträumen lies.

Und so schuf er das „positronische Gehirn“. Und mit ihm die künstliche Intelligenz. Vom positronischen Gehirn sind wir weit entfernt – die künstliche Intelligenz hingegen ist im Grunde schon vorhanden.

Man sollte meinen, dass alle jubeln. Sollte. In Wirklichkeit warnen einige der hellsten Köpfe des Planeten vor ihr. Und das aus guten Gründen. Einige davon hat Isaac Asimov vorweg genommen. In neun zusammenhängenden Kurzgeschichten, die er geschrieben hat. Zwischen 1940 und 1950.

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Rezension: Silber – Das dritte Buch der Träume

Eine Medaille hat zwei Seiten

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Ein glitzerndes Cover? Echt jetzt…

Der dritte Teil der Silber-Trilogie wird gemeinhin als schwächstes Glied der Kette gesehen. Das stimmt auch. Kann man das Buch trotzdem toll finden?

Manche Leute hören sich gerne reden. Das kann furchtbar sein – muss es aber nicht, denn unter ihnen gibt es auch solche, die das gut können. Sie sind witzig, eloquent und versprühen einen bestimmten Charme – genau wie Liv Silber.

Bevor ich eine Rezension schreibe lese ich mir noch einmal die Notizen anderer zu einem Buch durch. Und kaum je ist das Urteil so durchwachsen wie beim dritten Teil der Silber-Reihe. Die einen finden ihn toll – die anderen völlig daneben. Um aber zu verstehen wieso beide Fraktionen (wenn ich es denn einmal so nennen darf) recht haben, muss man nicht einen sondern eher mehrere Blicke auf den Inhalt werfen. Und das möchte ich hier tun.

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