Rezension: Das Erbe von Berun (Blausteinkriege #1)

Die Bedeutung von ‚Blau machen‘

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Das Cover kann jedenfalls überzeugen.

Tolkiens ‚Herr der Ringe‘ ist unerreicht. Zumindest von anderen. Die Blausteinkriege bieten zwar keine epische Bühne und auch keine derart mitreißende, die Jahrzehnte wohl überdauernde Geschichte – dafür aber einige recht kreative Einfälle, die dieses Schiff durchaus noch Fahrt aufnehmen lassen könnten.

Finger weg von Drogen! Ich sage das nur, weil ich nicht will, dass Euch das gleiche passiert wie der von T und S Orgel geschaffenen Welt – die zerbricht nämlich geradezu am Konsum von Blaustein. Was das ist? Na … ‚Zeug‘ eben. Eigentlich nicht viel anders als Pfefferminzbonbons und Ecstasy (für die jüngeren unter Euch: Das war einmal eine Party-Droge) gemischt.

Oh … und bei manchen weckt Blaustein außerdem verborgene Kräfte. Und ich meine damit nicht das Tanzen (für die jüngeren unter Euch: Damit ist mein Ecstasy-Witz abgeschlossen). 😉

Der Einstieg in die Welt deren Namen ich entweder gar nicht kenne oder verschlafen habe erfolgt ziemlich radikal: Wir werden Zeuge, wie zwei Blaustein-Sammler im globalen Süden brutal von Mutter Natur zu- bzw. hingerichtet werden. Damit ist auf den ersten Seiten gleich klar, dass mit der fantastischen Fauna nicht gut Blaustein-Essen ist. Kirschen. Wie auch immer.

Wem der Himmel auf den Kopf fällt

Auch sonst ist einiges im Argen: Da hätten wir einen abgehalfterten Kaiser, seine besonnene Mutter, einen Haufen Wahnsinniger in beider Dienst, deren Konkurrenten, Freunde und die jeweiligen Gegner – jede Menge Charaktere jedenfalls. Und zu allen gibt es eine Geschichte, die das Autoren-Duo uns erzählt. Mit viel Liebe wird die Lieblosigkeit inszeniert, werden die Intrigen bei Hofe und die Zustände im zukünftigen Kriegsgebiet zugespitzt und verschärft. Denn allein die Tatsache, dass ein Ritterorden brutal darauf achtet, dass die vom Blaustein herausgekitzelten Fähigkeiten unterdrückt werden sorgt für eine Menge Ärger. Genauso wie der Versuch des Südens sich vom bröckelnden Kaiserreich zu separieren.

Letzteres erinnert sicher ein wenig an die aktuelle Lage in Spanien – aber man kann sich vorstellen, dass es mit Stimmzetteln nicht getan sein wird. Vor Allem dann nicht, wenn die Protagonisten allesamt mit Schwertern klirren oder klirren lassen.

Die Wenigen, die nicht mit Waffen umzugehen wissen, sind natürlich auch nicht untätig, sodass jeder irgendwie dazu beiträgt die Situation schlimmer und schlimmer zu machen.

Kurz: Wir erleben das Sterben einer Welt, die wir gerade erst kennen lernen.

Am Ende. Ende?

Trotz allem empfand ich die „Bedrohungsdichte“ nicht als derart bedrückend, wie sie vielleicht hätte sein können – dazu war nicht klar genug wie die Antagonisten ticken. Das ‚ultimative Böse‘ fehlte und hätte der (oder besser: dieser) Geschichte gut getan.

‚Das Erbe von Berun‘ liest sich also wie ein 600-Seiten-Vorwort zu einer breiteren Geschichte. Und genau das ist auch die größte Schwäche des Romans. Man merkt, dass er als Serie angelegt ist und kann deshalb nicht gleich im ersten Buch den großen Höhepunkt bringen. Dummer Weise würde man sich als Leser einen solchen allerdings erwarten. Ich zumindest habe das, auch wenn mir nach spätestens 300 Seiten klar wurde, dass die vielen, vielen angefangenen Storylines nicht mehr innerhalb dieses Bands zu einem solchen kulminieren konnten.

Ich weiß noch nicht, ob ich das Lesen empfehlen kann. Fragt mich nach dem zweiten Teil nochmal. 😀


Anmerkungen

Das Hintergrundbild im Titelbild wurde hier heruntergeladen. Es befindet sich in der Public Domain.


blausteinkriege1Das Erbe von Berun (Blausteinkriege #1)
T und S Orgel

Heyne Verlag
Broschiert, 608 Seiten
978-3453316881

(D) € 14.99
(A) € 15.50

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