Rezension: Tot weil dumm (Zombies-Nechronologien #2)

Zombies

totweildumm
Extrapunkte für den Titel: Tot weil dumm

Eine tolle Sache, wenn sich vermindert Lebende durch die Straßen einer Stadt schleppen und ihre potenzielle Beute den Post-Apokalypso tanzen lassen. Dass dieser auch im guten alten Europa grandios getanzt wird zeigt einmal mehr Olivier Peru.

Ich bin ein großer Fan der ganzen Reihe. Mich hatte Olivier Peru bereits mit der ZOMBIE-Serie gepackt, in der er einen gewissen Sinn für Ironie zum Fundament seiner Erzählungen gemacht hat. Auch in seiner Serie ‚Nechronologien‘ wanken Untote durch die Straßen – doch zeigt er keine Geschichte (oder Entwicklung) in epischer Breite wie etwa bei ‚The Walking Dead‘, sondern vielmehr Einzelschicksale.

Furchtbare Einzelschicksale, wohlgemerkt – denn in mancherlei Hinsicht lässt diese Reihe seine amerikanischen Pendants wie einen Kindergeburtstag aussehen.

Heimat, fremde Heimat…

Mir gefällt ja immer besonders, wenn Bücher in Europa spielen. Klar, aus dem Fernsehen sind wir die Amerikaner und ihre Landschaften gewohnt. In Wahrheit ist unser Kontinent aber eine viel lohnendere Kulisse. Denn wo in den USA zwischen bewohnten (und zugegebener Maßen dicht besiedelten) Flecken Erde jede Menge Gegend ist, da ist in Europa allenfalls ein wenig Landstraße. Wir leben (im Vergleich) gedrängt. Und obwohl wir zunehmend zusammenwachsen – auch, was zum Beispiel den Bau- und Lebensstil angeht – so haben wir doch noch unterschiedlichste Settings zu bieten.

In diesem Band ist es etwa Stockholm, das zum Schauplatz wird. Klar – durch die Geschichte selbst sieht man nicht viel von der Stadt; aber allein die Wahl des Ortes erzeugt Bilder in unserem Kopf. So sind die Schweden nicht eben für ihre Waffen-Begeisterung bekannt, ganz im Gegensatz zu den Amerikanern. Das ändert eigentlich schon eine ganze Menge, sorgt für eine Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungen.

Trotz mancher Schwachstelle

Gut, hier bleibt ‚Tot weil dumm‘ freilich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Aber die Realität ordnet sich auch nicht immer der Spannung unter. Vielleicht ist es genau das, was ‚Zombies-Nechronologien‘ von TWD so sehr unterscheidet. Unspektakuläre Grausamkeit. Keine große Bühne – und doch ein sensationelles Stück. Nicht die teuersten, archetypischsten Schauspieler, sondern Figuren, so gezeichnet, wie sie auf der Straße tatsächlich angetroffen werden könnten.

Außerdem erfahren wir endlich, was den Unterschied zwischen ’schnellen‘ und ‚langsamen‘ Zombies in Oliver Perus‘ Universum ausmacht. Etwas, auch ganz interessant ist. Nicht, dass es bisher die größte Rolle gespielt hätte. Trotzdem – nett zu wissen, dass er sich auch darüber Gedanken gemacht hat. 🙂

Fazit

Wer sich für Zombie-Stories erwärmen kann, der sollte unbedingt Oliver-Perus Reihe lesen. Natürlich empfiehlt es sich – stilecht – mit Band 0 zu beginnen. Für die Nechronologien-Reihe (unmittelbare Nachfolgerin) ist das zwar nicht unbedingt erforderlich – es empfiehlt sich aber unbedingt!

Und bei Euch? Lest Ihr, abgesehen von ‚The Walking Dead‘ vielleicht noch Zombie- oder sonstige dystopische Survival-Comics? Ich kann ‚Stoff‘ gut gebrauchen. 😀

Tot weil dumm – ZOMBIES Nechronologien 2 | Olivier Peru (Text), Arnaud Boudoiron (Zeichnungen) | 978-3-95839-035-5 | (D) € 14.80 | (A) € 15.20

Tot weil dumm auf der Website des Splitter-Verlags


Das Hintergrundfoto im Titelbild wurde hier heruntergeladen. Es befindet sich in der Public Domain.

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