Der Weg

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Manchmal nehmen uns, so abgebrüht wir sonst auch sein mögen, Bücher sich ganz schön mit. Mir ging es vor kurzem mit McCarthys „Die Straße“ so.

Kennt jemand das Buch oder den Film zufällig?

Die Geschichte ist schnell erzählt, weil es im Grunde gar keinen großartigen Plot gibt. Alles dreht sich um einen Mann und seinen Sohn. Die beiden stapfen, durch die Asche der Apokalypse, stets nach Süden. Die wenigen Menschen, die noch leben, sind kaum noch mit dem vergleichbar,  was unsere Spezies in sich selbst sieht; jagen sich gegenseitig ihres Nährwertes wegen.

Und mittendrin die beiden. Vater und Sohn,  jeder „der ganze Kosmos des Anderen“, wie McCarthy das ausdrückt.

Viele halten das Buch für schlecht. Mich hat es ganz schön getroffen. Und als ich letzthin mit einem meiner Söhne gemeinsam das Stück weg entlang ging, das auf dem Foto zu sehen ist, musste ich an die kurze, trostlose, furchtbare, sensationelle Geschichte denken.

Geht es euch auch manchmal so? Oder seid ihr schon zu abgekocht? 😉

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7 Kommentare zu “Der Weg”

  1. Ich hab das Buch noch nicht gelesen und wusste gar nicht, dass es auch einen Film gibt.
    Hab das Buch aber schon seit längerem am Kindle und wartet darauf, bis es „an die Reihe“ kommt. 🙂
    Jetzt hast Du mich aber natürlich noch neugieriger gemacht.
    Ich mag ja solche düsteren Endzeit- und dystopischen Geschichten (auch als Film). Bin ja auch ein Fan von Zombies (also nicht direkt von den Dingern selbst, aber um die Geschichten der Überlebenden drumherum – z.B. „Tagebuch der Apokalypse“ – als Hörbuch gehört.)
    Bin schon gespannt, wie ich „Die Straße“ beurteilen werde und wie es mir beim lesen und danach ergeht.
    Denn auch ich bin keineswegs so abgebrüht, sodass mich gewisse Geschichten nicht kalt lassen und oft lange nachwirken. Kommt natürlich auf die Geschichten und auch zum Teil auf meine aktuelle Verfassung an.
    So musste ich vor kurzem mit dem eigentlich „harmlosen“ Buch „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ aufhören, weil ich plötzlich wieder angefangen habe in negativen Sinn über alles Mögliche nachzudenken und zu sinnieren.

    Also, sobald ich „die Straße“ gelesen habe, werde ich mich dazu melden. 🙂

    LG Gabi

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      1. Nun ist es schon ein Weilchen her, dass ich das Buch gelesen habe.

        Du hast auf jeden Fall recht. Es ist sehr düster und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass diese Geschichte jemanden kalt lässt.
        Zuerst war ich mir auch nicht ganz sicher, was ich von dem Buch halten soll. Aber ich kam zu dem Entschluss, dass ich es wirklich gut fand.
        Zu Beginn müsste ich mich erst etwas daran gewöhnen, dass die direkte Rede ohne die Anführungszeichen erfolgten, aber daran gewöhnt man sich rasch.
        Die Geschichte erzählt von einer Welt, die man sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen kann. Düster, ohne Sonne und der tägliche Kampf gegen Kälte, Hunger und die Angst vor anderen Überlebenden. Auf der ständigen Suche nach einem besseren Ort, ohne zu wissen, ob es den überhaupt gibt.
        Mir tat in dieser Geschichte das Kind unendlich leid. Es lebt in einer unlebenswerten Welt und wie es aussieht, dürfte es nie eine andere kennen gelernt haben. Da fragt man sich, was für eine Zukunft hat dieses Kind.
        Aber natürlich hat auch der Vater meine größte Bewunderung, wie er
        täglichen Kampf ums Überleben für seinen Sohn meistern.
        Ich habe mich oft gefragt, ob ich das nur ansatzweise so durchgehalten hätte oder ob ich den Weg der Mutter gewählt hätte.

        So, das war meine Meinung und mein Eindruck. Ich schreibe normalerweise nie Rezensionen, weil ich das nicht kann.

        LG Gabi

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      2. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob nicht im Buch zumindest angedeutet wird, dass es für den Jungen ein Happy End geben könnte. Im Film, den ich mir sofort danach angesehen habe gibt es jedenfalls eine solche Andeutung. Zum Glück. 😉

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      3. Ich schreib jetzt mal !ACHTUNG SPOILER!…
        falls jemand mitliest, der das Buch lesen will.

        Als der Vater gestorben war, tauchte ein Mann bei dem Jungen auf. Und der Junge konnte sich seiner Gruppe anschließen. Man erfährt aber nicht, wie es weitergeht oder wohin sie gehen.
        Somit bleibt das Ende gewissermaßen offen und jeder kann wohl da hineininterpretieren, was er möchte. Aber ich finde doch, dass sich da ein gewisser Hoffnungsschimmer abzeichnet.

        Den Film kenne ich leider nicht.

        Gefällt 1 Person

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