Könnt Ihr Euch noch erinnern?

Könnt Ihr Euch noch erinnern?

Wisst Ihr noch, als wir damals, vor dem Zeitalter der digitalen Photographie und der Schwemme an bedeutungslosen Inhalten im Internet, noch unsere Photos entwickeln lassen mussten?

Erinnert Ihr Euch noch, wie wir damals stets unser Mittagessen geknippst haben um die entwickelten Photos dann allen unseren Freunden zu zeigen? Nein? Ich auch nicht.

Der Witz, der auf diese Einleitung folgt müsste in Etwa so lauten: „Dann lasst den Sch*** jetzt auch.“. Aber ich bin mir gar nicht so sicher, ob das damals nicht auch andere Gründe hatte.

Photobegeisterte gab es vor Instagram auch schon. Nur war es damals weitaus schwieriger Nahrungsmittel so abzulichten, dass dem Betrachter nicht umgehend schlecht wurde. Doch woran liegt das? Sind unsere Handy-Kameras heute ausgefeilter als die professionellen Photographen zu der Zeit? Oder liegt es an uns und unseren ästhetischen Ansprüchen?

Ich weiß es nicht. Und Ihr?

Advertisements

14 Kommentare zu „Könnt Ihr Euch noch erinnern?“

  1. Früher hatte man ja keinen Digitalvergleich, da sahen ja alle Bilder so aus. Die Ansprüche sind gestiegen, weil man jetzt besseres kennt, aber irgendwie ist das alte jetzt auch schick, nicht umsonst haben die Bearbeitungsprogramme alle den Retroeffekt dabei 😉 . LG Anja

    Gefällt mir

    1. Das ist eines dieser Dinge, die ich interessant finde. Zum Beispiel finde ich die Retro-Effekte auch toll. Und obwohl Lebensmittel damit genauso schlecht aussehen wie damals, finde ich es auf neuen Fotos cool…

      Seltsam, irgendwie. 😉

      Gefällt mir

  2. Ich erinnere mich eigentlich besser daran, dass ich mir früher sehr viel mehr Gedanken darüber gemacht habe, ob sich ein Foto wirklich lohnt. Heutzutage ist die Festplatte mit Fotos voll, von denen sich auf 100 vielleicht zwei wirklich zu entwickeln lohnen. Ja, und es ist auch sehr viel Essen dabei – vorrangig für den Blog. Von daher ist es ganz gut, dass man inzwischen Fotos nicht mehr entwickeln muss, um eine Verwendung dafür zu haben.

    Gefällt mir

    1. Da hast Du absolut recht. Vermutlich ist das wirklich der Grund dafür – nämlich, dass man sich keine Gedanken mehr zu machen braucht, weil man quasi kaum Ressourcen für die einzelnen Fotos verschwendet. Aber ich glaube, dass auch die Ästhetik (besser: die geänderte Ästhetik) etwas damit zu tun hat. Oder? 🙂

      Gefällt mir

  3. Früher wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, Essen zu fotografieren. Wozu auch! Hat man mal was gutes gegessen, hat man es danach vielleicht Freunden erzählt. Das wars dann auch schon. Wie das dann ausgesehen hatte, blieb deren Fantasie überlassen. Heute mit der Digi- und insbesondere mit der Handyknipse wird ja wirklich alles Mögliche und Unmögliche abgelichtet. Aber wie schon werwähnt wurde, das meiste davon wird ja für Blogs oder andere Plattformen im Internet benützt. Denn ehrlich gesagt, ich zeige auch heute eigentlich noch keine Foto von einem Essen meinen echten Freunden. 🙂
    Dann darf man nicht vergessen, dass fotografieren früher (ich fotografiere schon seit Kindheits- und Jugendbeinen an – und diese Zeit meine ich auch) teuer war. Und man musste eine ganze Woche auf die Fotos warten!
    Zum entwickeln brachte man sie in eine Drogerie. In eine echte! Nicht in einen Drogeriemarkt. 🙂 Richtige Drogerien gibts ja heute fast keine mehr.

    Gefällt mir

    1. Wohl wahr. Ich habe zwar grundsätzlich keine Scheu mehr davor eben auch Lebensmittel zu fotografieren – aber mein großes Hobby wird’s wohl nicht mehr. :mrgreen:

      Drogerien – weil Du’s gerade erwähnst: Vor einigen Tagen bin ich an einer alten Drogerie vorbei gegangen und musste feststellen, dass sie von einer Kette geschluckt wurde. Das war in mehrfacher Hinsicht seltsam, denn die alten Firmenschilder waren noch da – bloß, dass man darunter das Emblem der neuen Besitzer mit einem Klebestreifen befestigt hatte. Furchtbar. Rein ästhetisch sogar ein Verbrechen…

      Gefällt mir

  4. Ich glaube das so mancher „nichts“ zum herzeigen hatte (wobei ich gleichzeitig fürchte das wir uns wieder in diese Richtung zurückbewegen!) und auch der Gesellschaftliche Umgang miteinander heute ein ganz anderer ist. Wir haben aus meiner Sicht heute sowohl Technisch, als auch seitens der Gesellschaftlichen zwänge deutlich mehr Freiheiten. Teilweise finde ich es allerdings sehr traurig was viele von uns (ich schließe mich da auch mit ein) aus dieser Freiheit (nicht)-machen.

    Gefällt mir

    1. Das ist sowieso ein universelles Dilemma. Wer sich nicht bewegt spürt auch seine Kette nicht, wie Rosa Luxemburg das einmal ausgedrückt hat.

      Der kalte Krieg hat den Westen gelehrt, dass alle glücklich werden, wenn sie nur auf sich selbst schauten. Die Welt war in Ordnung, solange man konsumierte. Und heute … naja. Heute leben wir in einer Welt, die Feuchttraum dieser Gewinner war – und Albtraum für den Rest, der noch zu träumen wagte.

      Das mag zwar von der Fotografie schon ein Stück weg sein – aber die Fotografie ist auch nur eine Möglichkeit die Welt zu deuten…

      Gefällt mir

Dein Senf:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s