Buch-Geschenke für Buchhändler

Es gibt Dinge, die man im Leben nicht geschenkt bekommen möchte. Darunter fallen auch Gedichtbände. Schlechte Gedichtbände, um genau zu sein.

Nicht, dass ich etwas gegen Lyrik hätte – ich bin ein großer Freund jeder guten Kunst. Aber was mich wahnsinnig macht, sind „mentale Fertigwaren mit dem internen Spaßfaktor ausschließlich für den Urheber“.

So musste ich, um ein Beispiel zu nennen, schon ein Gedicht lesen, das in etwa so ging: „Die Kinder sind fröhlich. Der Kaffee ist heiß. Es kann nicht immer Konfetti regnen.“. Ich bin bis heute entsetzt. :mrgreen:

Jetzt einmal im Ernst: Jeder hat das Recht darauf schlechte Prosa zu schreiben. Oder schlecht zu dichten. Hauptsache aber ist, dass vom Buchhändler, dem ein solches Bändchen geschenkt wurde (selbstverständlich ohne jeden Hintergedanken), nicht erwartet wird es zu lesen.

Bleibt nur noch eine einzige Frage offen: Warum, verdammt nochmal, sind es immer die Autoren grottendämlicher Brachialdichtkunst (*auf Biegen und Brechen*), die dann alle drei bis vier Tage „spontan in der Nähe waren und deshalb nur kurz herein schauen um nachzufragen, wie die Gedichte gefallen haben“? 😉

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7 Kommentare zu “Buch-Geschenke für Buchhändler”

  1. Also das Beispielgedicht ist wirklich.. WAS ZUR HÖLLE?! 😀
    Ich hab damals zu meiner Jugendweihe son beschissenes Buch bekommen. Ich mag Bücher einfach nicht, die meinen, dass die Welt IMMER wundervoll und wunderbar und was weiß ich ist. Wenigstens ein bisschen bei der Wahrheit bleiben, aber nein.. das Leben ist ja perfekt. Langweilig wärs!

    Liebe Grüße,
    Sarah

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  2. Vielleicht, weil sie hoffen, wenigstens von einem Menschen, einen ehrlichen Gedanken zu hören. Die unmittelbare Umgebung ist meistens peinlich berührt und flüchtet sich in allgemeine Plattheiten, die es eventuell noch so aussehen lassen, als mochten sie den . . . Sch… rott.

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    1. Da hast Du nicht ganz unrecht. Aber dann sollten diese Menschen genau das bei der Übergabe auch sagen. Ich persönlich mache das gerne. Gelegentlich.

      Was mich nervt sind jene, die von ihrem Sch … rott so überzeugt sind, dass sie ausschließlich Lobpreisungen ertragen. Wie ich. :mrgreen:

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  3. Das obige Gedicht wäre übrigens wesentlich einleuchtender, wenn es so ginge: „Die Kinder greinen. Der Kaffe ist kalt. Es kann nicht immer Konfetti regnen.“ So wie oben geschrieben macht es nicht mal einen logischen Sinn, diese drei Sätze aneinanderzureihen.

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