Die Haarteppichknüpfer (Rezension)

Die Haarteppichknüpfer
Die Haarteppichknüpfer

Ein Planet. Eine alte Kultur. Eine Mission. Und jede Menge obskurer Rituale, Begebenheiten, Figuren und Geschichten.

Wird man als Haarteppichknüpfer in die Welt geboren, so unterliegt das eigene Leben strengen Regeln. Man bekommt, nachdem der eigene Vater seinen Haarteppich verkauft hat, alles durch diesen Verkauf erworbene Geld überreicht und muss damit ein Leben lang auskommen.

Sodann beginnt man damit, einen eigenen Haarteppich herzustellen. Material dafür findet man bei den Frauen des Planeten, von denen man einige in althergebrachten Ritualen heiratet. Auch deren Leben ist streng reglementiert – so ist die Geburt eines zweiten Sohnes unter Haarteppichknüpfern mit großen Tragödien verbunden – denn ein solcher darf nicht heranwachsen.

Gänsehaut trotz fehlendem Schock

Es ist ein grausames Universum, das von einem Kaiser regiert wird, der nach der Erlangung der Unsterblichkeit auch den Rang eines Gottes erreicht hat.

In „Der Haarteppichknüpfer“ erzählt [author:Andreas Eschbach|40381] die Geschichte eines von Hass und Rache zerfressenen Universums, das bar jeder Reflexion bleibt. Es ist ein Roman von Tod und Verderben, von Vergessen und vergessen lassen, den er uns auf eine ganz eigene (und doch überzeugende) Art und Weise erzählt.

Manchmal darf man gähnen…

Leider ist es hier und da ein wenig langatmig geschrieben. Der beinahe episodische Aufbau ermöglicht es an vielen Stellen Handlungsfäden leichter wieder aufzunehmen, die zwischendurch verloren gegangen sind, macht die Geschichte jedoch ein wenig unzusammenhängender, weil man den Eindruck bekommt einen Haufen lose zusammenhängender Kurzgeschichten zu lesen.

Ich möchte das Buch allen empfehlen, die ein überzeugend dargestelltes, groteskes Universum erleben möchten, und denen fehlende Action in einem Buch nichts ausmacht.

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7 Kommentare zu “Die Haarteppichknüpfer (Rezension)”

  1. Ich liebe die Bücher von Andreas Eschbach, auch die SF-Geschichten. Die Haarteppichknüpfer fand ich besser als Kelwits Stern oder Solarstation. Aber am allerbesten war „ausgebrannt“ finde ich 🙂
    LG Alruna

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    1. Ich kann mich gar nicht erinnern schon etwas von Eschbach gelesen zu haben. Einem Buch geb‘ ich jedenfalls noch eine Chance.

      Sein Ansatz war ausgesprochen kreativ – die Frage ist nur, ob mich der Schreibstil dauerhaft „bindet“. 😉

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      1. Schau mal mit „ausgebrannt“ – da konnte ich nicht mehr aufhören. Auch der König von Deutschland war sehr kreativ und gibt was zu denken vor den Wahlen…

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  2. Ich habe bisher nur „Ausgebrannt“ von ihm gelesen, aber das hat mich nachhaltig beeindruckt. Und ein wenig beruhigt – warum dies so ist, musst Du aber selbst herausfinden 🙂

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    1. Steht normalerweise auch nicht auf meiner „Kandidatenliste“. Aber ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen einen Schwerpunkt auf SciFi zu legen – und da dachte ich mir, dass Hr. Eschbach schon ein wenig Beachtung verdient. 😉

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