Spektrum (Rezension)

Spektrum
Spektrum

Ganz klar: Sergej Lukianenko gehört zu den fantasievollsten Menschen, die ich kenne.

In „Spektrum“ verleiht er einer unnahbaren Rasse Außerirdischer Wächter die Fähigkeit von einem Planeten zum anderen zu gelangen. Alles, was sie dafür wollen, ist eine gute Geschichte. Jeder, der eine solche erzählt, kann das Netzwerk aus Toren benutzen, das die unterschiedlichsten Welten miteinander verbindet.

Als eine junge Frau aus Moskau in einem solchen verschwindet, wird der junge Russe Martin von ihrem Vater beauftragt ihr hinterher zu reisen. Doch wohin es die offenkundig störrische 17jährige verschlagen hat, das weiß niemand so genau. Dank seiner außergewöhnlichen Gabe Geschichten aus dem Handgelenk zu schütteln, kann Martin zwischen den Planeten reisen wie es ihm beliebt. Die „Schließer“ genannten Aliens lehnen seine Geschichten nicht ab – und so hat er jede Menge Erfahrung mit dem Reisen zwischen den Welten gesammelt. Erfahrung, die ihm auf der Suche nach der jungen Frau zugute kommt.

Es ist der Autor, der schreibt…

Wenn Martin eine seiner (zumeist sehr tiefgründigen, philosophischen) Geschichten erzählt, so gelingt ihm das natürlich nur, weil der Autor von „Spektrum“ das außergewöhnliche Talent dazu an seine Figur verleiht. Bücher sind oft Fenster zur Seele des Autoren. Und dieses steht offen.

Der einzige Punkt, der an diesem Buch zu beanstanden wäre, ist sein Umfang. Gelegentlich übertreibt Lukianenko den Detailreichtum oder schmückt unnötige Szenen aus (die sich nicht selten rund um das Thema „Essen“ drehen). Zugegeben: So, wie er eine Mahlzeit schildert, bekommt man nicht selten Hunger. Oder besser: Guster. Guster auf die russische Küche – auch, wenn man sie nicht kennt.

Fazit

Ich empfehle das Buch allen, die vor ein wenig Tiefgang keine Angst haben, und sich auch von der einen oder anderen zu lange geratenen Szene nicht abschrecken lassen. Der Lohn für die Mühe ist eine einzigartige Einsicht in die philosophischen Ansichten eines intelligenten Mannes, der die Welt auf eine Weise zu sehen scheint, die weit über das Niveau eines nur vermeintlich tiefgründigen Romans hinausgeht. Gut genug um von den „Experten“ der Fachpresse nicht verstanden zu werden. Davon bin ich überzeugt.

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