Zebulon

Zebulon

Im wirren Zeichen ständiger Konfusion

Zebulon
Zebulon

Ein Western. Gut – ich bin kein Fan des Genres. Und nach „Zebulon“ werde ich es wohl auch nicht mehr werden…

Ich habe mit diesem Buch einige Lebenszeit verschwendet, denn ich habe wirklich versucht es zu verstehen. Wie es scheint, ist Rudolph Wurlitzer, Sohn des Juke-Box-Fabrikanten gleichen Namens, ein Fan von etwas, das die englischsprachige Wikipedia euphemistisch „experimenteller Stil“ nennt. Hier ein Bericht…

 

Gruselig.

Der Nicht-Held / Held des mystischen Dramas ist Zebulon Shook, ein Mann mit nur einem Prinzip: Kein Prinzip zu haben. Gleich zu Beginn lernen wir seinen einzigen Charakterzug näher kennen und dürfen dabei sein, wenn er sexuell mit einer Frau eines Freundes aktiv wird, was denn auch gleich mit gröbsten Brutalitäten, zwei Toten und einem Fluch endet, der das „Mystery“-Element in den Western bringt.

Zebulon reist durch die Welt, kann sich aber nicht entscheiden, ob er noch lebt oder bereits tot ist. Analog dazu möchte man meinen, dass der Leser sich nicht entscheiden kann, ob er noch wach ist oder schon schläft – doch die immer wieder eingestreuten plötzlichen Szenen-Wechseln oder logischen Unwegbarkeiten halten einen zumindest in sofern auf Trab, als man sich immer wieder fragen muss: „Hä? Hab‘ ich was verpennt?“.

Der ewige Kreis

So besteht ein Gutteil der Story auf flüchtigen Begegnungen mit zwielichtigen Charakteren, die wie ein Gummiband vom Protagonisten weg gespannt werden und gelegentlich zu selbigem zurück schnalzen. Terry Pratchetts Theorie, dass es viele Menschen aber nur wenig Personen gibt, hat kaum je genauer ins Schwarze getroffen als in diesem Machwerk – denn alle Figuren sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Die Dialoge zwischen Ihnen wirken so konstruiert, dass man sie ab und an mit verbalem Modellbau verwechseln könnte.

Ein wesentliches Stilmittel der Interaktion zwischen ihnen ist es, sich zu widersprechen und im Anschluss aufeinander zu schießen – wobei nicht ganz klar ist wer auf wen schießt, denn immer wieder wacht der Antiheld am Ende auf und kann sich an nichts mehr erinnern.

Nein, ehrlich. Selten etwas derart plumpes gelesen.

Fazit

Ich möchte den Roman jedem empfehlen, der sich die Gehirnwindungen ‚mal ordentlich verknoten möchte. Wer in einer Geschichte auf Erzählung, Struktur, verständliche Handlung wert legt, der sollte tunlichst die Finger davon lassen.

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