Der Mann Der Hunde Liebte

Der Mann, der Hunde liebte

Der Mann Der Hunde Liebte
Der Mann Der Hunde Liebte

Wer „Der Mann, der Hunde liebte“ von Leonardo Padura Fuentes liest, hat es mit einem Roman extrem hoher Dichte zu tun. Für Schilderungen der „Orte des Verbrechens“, und um solche handelt es sich bei den Schauplätzen in diesem Werk beinahe ausschließlich, hatte der Autor wohl keine Zeit.

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Heldentod

Auf über 700 Seiten schildert er die Geschichte rund um den Tod Leo Trotzkis aus den unterschiedlichsten Perspektiven, geht dabei gut ins Detail und entwickelt eine Rahmenhandlung mit ausreichend Potenzial um alles elegant in einer einzigen Geschichte zu verpacken.

Denn wenn der „Erzähler“ davon berichtet, wie er den „Mann, der Hunde liebte“ auf Kuba kennen lernt, taucht er – gemeinsam mit dem Leser – in die großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts ab, die sich außerhalb Deutschlands ereigneten. Die russische Revolution, der spanische Bürgerkrieg, all das erlebt man innerhalb kürzester Zeit mit, bekommt ein (im wesentlichen historisch – soweit man das sagen kann – korrektes) Bild vom Elend und er Verzweiflung der Menschen, von Stalins Verrat an [i]der[/i] Utopie des 20. Jahrhunderts, die uns jetzt, am Beginn des 21., gerade wieder näher zu kommen scheint.

Der kleine Unterschied

Was dieses Buch von einer Mehrfach-Biographie eines Mörders und seines Opfers unterscheidet ist das Level an Emotionen, das Padura in seine Figuren hineininterpretiert. Dank seines Talents sich in die Menschen einzufühlen, die er hier portraitiert, wirken die dahinterliegende Logik, die Gefühle und die hinzugedichteten Details überzeugend.

Empfehlung

Ich empfehle das Buch ausnahmslos allen, die sich mit der Geschichte der russischen Revolution und (vor Allem!) ihren direkten Folgen für ihre Kader befassen möchten. Und außerdem jedem, der sich auf die Suche nach einer politischen Realität begeben möchte, die man im Fernsehen so sicher niemals zu sehen bekommt.

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4 Kommentare zu “Der Mann, der Hunde liebte”

    1. *smile* – Danke für die Euphorie! 🙂

      Ja, ich hab‘ beschlossen meine Zeit neu umzuverteilen und mich wieder ein wenig den unpolitischen Dingen zuzuwenden. Obwohl das, wie man an dieser Rezension sehen kann, ja nicht ganz so gut gelungen ist. 😉

      lG!

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      1. Hatte schon gedacht, du seist im Nirwana des www verschwunden 🙂
        Zeit, ja, der Tag sollte deutlich mehr als 24 Stunden haben…

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      2. Soooo leicht geh‘ ich schon nicht unter. 😉

        Und – ja. Sollte er. Besonders die Zeit, die man mit seinen Kindern verbringt, sollte dabei nicht zählen…

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