The good that men do (Star Trek: Enterprise)

The Good That Men Do
The Good That Men Do

Ich bin sicherlich einer der größeren Trek-Nerds. Außer den ‚Animated Series‘ („TAS“, einfache Zeichentrickfilme) rund um James T. Kirks Abenteuer nach der 3. Staffel der ersten Star Trek Serie („TOS“: The original series) besitze ich alle Episoden sämtlicher Serien, die jemals unter dem Franchise gedreht wurden. Und natürlich auch die beiden Staffeln von „Star Trek: Enterprise“, die man extra nicht darunter veröffentlichen wollte.

Und gerade diese Serie hat’s mir angetan. Deshalb werde ich erst über sie schreiben – die Rezension wird dann mit ‚The good that men do‘ übertitelt. Für diejenigen, die nicht schon aufgehört haben zu lesen, als ich ‚Star Trek‘ im Titel verpackt hab‘. :mrgreen:

Es ist simpel.

Alles lässt sich in einem Stakkato aus kurzen Anmerkungen kommentieren: „Gute Idee, schwach umgesetzt, genial weitergeführt und katastrophal dümmlich abgebrochen.“. Denn genau so war es!

Sämtliche Erfindungen, die man im Star Trek Universum so gemacht hat, brauchten einen Ursprung – und auch die diplomatischen Errungenschaften der Menschheit zu Zeiten eines James T. Kirk schrien schon förmlich nach Erläuterung. Also dachten sich Rick Berman (sozusagen der ‚Oberste Trekkie‘ in der Produktionsfirma) und Brannon Braga: ‚Fein – das machen wir!‘. Und schon wurde die Serie aus dem Boden gestampft.

Science Fiction unter bösen Sternen?

Leider machte man mehrere fatale Fehler – und das gleich zu Beginn. Um neue Fans quasi zu „generieren“, entschied man die Serie nicht unter dem Label des Franchises („Star Trek“, eben) zu produzieren. Nicht, dass ich das nicht grundsätzlich verstehen könnte (auch wenn ich das natürlich lächerlich finde…). Aber dann das Schiff Enterprise zu nennen war pure Idiotie. Der Name ist dermaßen fest mit den Figuren Kirk, Spock, Picard & Co verknüpft, dass sich ohnehin jeder Trottel denken konnte was Sache ist.

Die eingefleischten Trekkies hingegen regten sich über die Namenswahl für das Schiff auf. Nicht zuletzt, weil sie dafür bekannt sind jedes Detail im Canon (quasi die ‚Geschichtsschreibung‘ der Serie) zu zerlegen und es auch in den Filmen mehrfach herauskommt, dass Kirks Schiff die erste Enterprise war, die durch das All gondelte.

Dann kam die Machart hinzu: Anstatt die Zeichen der Zeit zu erkennen und eine Serie mit fortlaufenden, sich aufbauenden, Handlungssträngen zu verfolgen, setzte man (wie in den 1960ern und 1980ern) auf Einzelepisoden mit in sich geschlossenen Stories.

Die Quoten wanderten in den Keller und Bermans Kopf wurde abgeschraubt. Leider zu spät.

Brillianz zum falschen Zeitpunkt

Als man die Zeichen der Zeit erkannte, stellte man sofort alles um. Die Story wurde fulminant, die Serie genial und der Ausschnitt der weiblichen Hauptdarstellerin immer tiefer. Einzig der Titelsong wurde unpassender Weise etwas beschwingter, aber das verzieh‘ man gerne.

Zwei Staffeln wurden so produziert und machten Star Trek: Enterprise in meinen Augen zur besten ST-Serie aller Zeiten. Aber wie gesagt: es war leider zu spät. Die Quoten erholten sich nicht mehr wie für eine Fortsetzung vorausgesetzt – und man setzte die Serie nach nur vier Jahren wieder ab. Ich habe sehr darunter gelitten. 😦

Verbrannte Erde

Anders als die anderen Serien bekam diese keine große Abschluss-Show spendiert. Anstatt der üblichen Doppelfolge nach sieben, endete diese mit einer einfachen nach vier Jahren Sendezeit. Und Rick Berman (der als Vater der Serie das Privileg hatte sie zu … vernichten?) zeigte noch einmal mit ganzer Kraft, warum man ihn abgesetzt hatte.

Einer der sympatischsten Charaktere stirbt in einer völlig sinnfreien Aktion – und das ist der Dreh- und Angelpunkt von „The Good That Men Do“.

The Good That Men Do

Das unbedeutende Ende der Serie wird in diesem Buch gänzlich umgeschrieben. Selbstverständlich ist dieser Roman sprachlich nicht gerade die ‚Creme de la creme‘ und auch die Story hat hier und da ihre Schwächen. Aber es gibt trotzdem einen Grund es zu lesen (zumindest für eingefleischte Trekkies!), denn Charles „Trip“ Tucker III. ist, nach Elvis Presley, der zweite Mensch, der seinen Tod nur vorgetäuscht hat!

Als ‚Drumherum‘ erfand man dann schließlich einen Angriff der Romulaner und eine geheime Mission – aber mal ehrlich: Ist das wichtig? Mir ging’s vor Allem darum, dass Trip nicht stirbt. Und, wenn ich ehrlich bin, wollte ich endlich ein Happy-End für ihn und die schöne Vulkanierin T’Pol lesen.

Gut … zweiteres ist nicht so eindeutig gewesen wie ich mir das erhofft hatte. Aber wenigstens hat man hier Rick Bermans Wahnsinn noch einmal relativiert. Jedenfalls hätte es diese Fassung verdient gehabt noch einmal gedreht zu werden.

Empfehlung

Was Menschen Gutes tun
Was Menschen Gutes tun

Star Trek Fan? Lesen! Keiner? Vergiss es.

Wer die Serie nicht gesehen hat, der braucht dieses Buch natürlich nicht. Es ist absolut uninteressant für nicht-Trekkies.

Nerds wie ich einer bin werden allerdings nicht umhin kommen es zu lesen, wenn sie wissen wollen, was ‚wirklich‘ passiert ist. 😉

PS: Ich habe in der Zwischenzeit gesehen, dass es auch eine deutsche Version davon gibt, die „Was Menschen Gutes tun“ heißt. Nuja … die englische Fassung war weit billiger. :mrgreen:

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4 Kommentare zu „The good that men do (Star Trek: Enterprise)“

  1. Ich bin auch ein großer Star Trek-Fan, aber bei Weitem nicht so bewandert. Allerdings hat mir auch diese Serie gut gefallen, obwohl sie von allen anderen in meinem Umfeld nur negative Kritiken bekommen hat. Mich hat auch nur aufgeregt, dass sie einfach abgesetzt wurde – aber es war und ist nicht die einzige Serie, bei der mich das ärgert. Vielleicht schau ich sie mir nochmal an und les dann das Buch, jetzt, da ich weiß, dass die Geschichte weitergeht 🙂

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  2. Ich bin eher ein Gelegenheitsfan, der die Serien und Filme kennt, aber nicht wirklich nerdige Infos kennt. Hab mich trotzdem mal an Star Trek – Destiny gewagt (und reviewed), das auch für mich nicht verwirrend wurde.

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    1. Ja, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass zB. der Unterschied zwischen den Serien und den Büchern immens ist, dann sind zweitere ja auch nicht so schlecht. 😉

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