Der entzauberte Regenbogen

Der entzauberte Regenbogen
Der entzauberte Regenbogen

Obwohl Richard Dawkins zweifelsfrei zu den genialeren (Evolutions-) Biologen zählt, möchte ich dieses Buch nur einem eingeschränkten Publikum empfehlen. Zwar hat sich der eloquente Engländer inzwischen einen Namen in Sachen Religionskritik gemacht (vermutlich ist er DER Paradeatheist); dieser Umstand alleine macht ihn aber, trotz aller Kontroversen, noch nicht interessant genug um sich als Laie durch dieses Buch zu quälen.

Genie und Größenwahn?

Nicht falsch verstehen – an und für sich ist es sicherlich interessant. Leider gibt es aber ein paar Kritikpunkte, die das Lesevergnügen unglaublich trüben.

Da wäre zum Einen, dass man ihm – bei allem Respekt für seine Leistungen! – schon einen gewissen Chauvinismus anmerkt. Wo es um Musik geht wird stets in den höchsten Tönen von „Klassik“ gesprochen. In Sachen Poesie spielt er sich als Kenner auf und putzt jede andere Meinung so konsequent herunter, dass man selbst dann skeptisch wird, wenn man eigentlich seiner Meinung war / ist. Mit anderen Worten: Er lässt in diesem Buch so sehr den Gebildeten raushängen, dass es einem schon zum Halse heraushängt.

Und dann wäre da allgemein seine Neigung nur die Phantasielosigkeit als phantastisch darzustellen. Er hat seinen Standpunkt gegen blinde Religiosität oft genug dargelegt und mit Argumenten untermauert. Dass er es hier aber auf so ziemlich alles ausdehnt, das nicht zu 100% der Realität entspricht, zeugt von beschränkter Geistesgröße, denn ohne Fantasy- und Science-Fiction-Romane wären wohl viele Erfindungen der Menschheitsgeschichte niemals gemacht worden.

Man denke hierbei an die vielen Erfindungen aus dem Star-Trek-Universum, die Ingenieure in aller Welt so sehr begeisterten, dass wir ihm heute automatische Türen, Handys und vieles mehr zumindest zu einem großen Teil verdanken.

Selbstüberschätzung als kulturelles Erbe eines Bildungsmenschen?

Nein, wenn Dawkins in diesem Buch über Star Trek, Akte X und alles herzieht, was ein wenig über den nüchternen Realismus hinausgeht, macht er sich – meiner Meinung nach – einer Arroganz schuldig, die ihm seine Gegner in den meisten anderen Punkten zu Unrecht ankreiden.

Der Ton macht die Musik. Und wenn man in einem Buch nicht nur darauf eingeht wie die Evolution das Wunder des ‚Hörens‘, ‚Abstrahierens‘ und ‚Verstehens‘ ermöglichte, sollte man dabei nicht vergessen, dass man selbst aufpassen sollte, was man sagt und wie man es tut. Vor Allem, wenn man in seinem Werk versucht eine ‚Poesie der Wissenschaft‘ zu beschwören.

Empfehlung

Laien, die sich noch nie mit der Evolutionstheorie beschäftigt haben, können mit diesem Buch bestimmt etwas anfangen. Solche die, wie ich, gewisse Vorkenntnisse haben (Schulbildung ist dazu völlig ausreichend), werden sich streckenweise vermutlich ziemlich langweilen.

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