Granny rockt den Zoo

Die Vögel zwitschern und die Temperatur steigt von Minute zu Minute in die Höhe. Es ist ein angenehmer Tag im Wiener Zoo. Zwar schon warm genug um die Jacken im Kinderwagen zu verstauen, aber doch nicht so heiß, als dass man sich wünscht man könnte die Pinguine kurz aus ihrem Becken vertreiben.

Auch die Menschenmassen bleiben noch aus – immerhin sind die nächsten Ferien noch Wochen entfernt. Obwohl … wer weiß das schon so genau. Und dann kommt es. DAS Erlebnis.

Grazil wie eine Gazelle – oder wie heißt das Tier mit dem Rüssel?

Wir standen vor den Flusspferden. Links ein Kind, rechts ein Kind – und irgendwo dahinter die eigene Frau, starrte ich auf drei graue Riesenhintern mit altrosa Flecken. Den Tieren ist heiß, während sie das getrocknete Gras in sich hineinschaufeln, das ein Pfleger ihnen vor die Füße gekippt hat.

Während also unsere drei Happy-Hippos begannen sich um das Futter zu zanken (hört sich übrigens furchtbar an, wenn Nilpferde aufeinander losgehen – das war eine echte Kinderüberraschung, denn mit sowas rechnen die lieben Kleinen nie!), schnitt mein Verstand einen epochalen Dialog mit.

Es gibt kein Zurück!

„Oma? Was stehen da für Namen drauf?“, fragte ein etwa Dreijähriger seine Großmutter. Er deutete auf eine kleine Tafel, auf die man drei Messingplatinen geschraubt hat. Darüber stand (in etwa) zu lesen: „Der Schönbrunner Tiergarten bedankt sich bei seinen großzügigen Sponsoren.“.

Die einzelnen Platinen waren mit Gravuren versehen. „Hans Müller“, zum Beispiel (Name von der Redaktion geändert!). Und wie bei allen anderen Tafeln stand das Tier darunter, dem er sein Herz (und ein paar Euro) gesponsert hat: „Flusspferd“.

„Da stehen Namen drauf.“, antwortete Granny gelassen. Doch der Junge zeigte sich unzufrieden mit dem Detaillevel und fragte nach.

„Welche Namen?“

„Na von den Nilpferden da.“

Unsereins beginnt zu schmunzeln. Der gleiche Fehler war, Augenblicke zuvor, meiner Frau auch unterlaufen. An und für sich nichts peinliches, denn Herr Müller hatte bei ihr die „innere Revision“ eingeleitet – und so korrigierte sie sich schnell. Nicht aber Granny. Die hat’s durchgezogen.

„Das eine heißt Hans Müller, das andere Katharina Navratil und das dritte Magister Henriette Seidler.“

Yeah! You rock! Never give up!

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2 Kommentare zu “Granny rockt den Zoo”

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