Einfach losfahren

Einfach losfahrenDieses Buch ist … für ganz andere Menschen geschrieben. Zumindest halte ich mich für jemanden, der so ganz und gar nicht in die Zielgruppe passt, dass ich den zweiten Stern bei der Beurteilung auch nur deshalb vergebe, weil ich mir vorstellen kann, dass es den einen oder anderen Teenager gibt, der damit durchaus etwas anfängt.

Nachdem ich diesen Roman nun gelesen habe muss ich feststellen, dass ich die Frage nach seinem ‚Inhalt‘ nur mit Mühe beantworten kann. Die Rahmenbedingungen sind klar: Eine Figur stirbt – eine andere muss damit umgehen. Freilich wird sie dabei glücklich und zufrieden, findet Liebe und Erfülltheit – und muss dabei einzig darauf Acht geben nicht im Kitsch zu ertrinken.

Lehrerhaft…

Die gepressten Versuche eine Art ‚philosophischer Fragestellung mit passender Antwort‘ zu etablieren sind teilweise vor Allem deshalb eher plump, weil vom Autor gegebenen Antworten nichts weiter als Träumereien sind, gerade dazu geeignet das stereotype Teenager-Mädchen für einige Augenblicke der Realität zu entheben.

Was soll man da bitte mitnehmen?

Die vermittelte Quintessenz ist: Wenn Dir was nicht passt, fahr einfach weg.

Denn nichts weniger machen die Figuren in diesem Buch. Der Protagonist fährt so mir nichts dir nichts vom heimatlichen Italien davon und findet sofort überall Anstellungen. Er arbeitet einfach als irgendwas. Wird sich schon alles richten, lebt er vor, denn „Planen“ und „Nachdenken“ ist ohnehin reaktionär.

Ein persönlicher Höhepunkt für mich war, als quasi angedeutet wurde, dass das gemeinsame Kind des Protagonisten und seiner ‚Francesca‘ von selbiger ihm „anvertraut“ wurde (intakte Beziehung), während sie sich einfach mal 10 Tage nach Mexiko verdrückt.

Fahrlässigkeit in Buchstaben gegossen

Ich halte mich für einen fortschrittlich denkenden Menschen – aber die Botschaften dieses Romans halte ich für bedenklich, versimpelnd und im schlimmsten Fall sogar für schädigend. Denken vor dem Handeln geht vor Abstand zwischen sich und seinen Problemen (vorläufig) vergrößern um darauf zu hoffen, dass sich eh alles von alleine regelt.

Dieses Machwerk empfehle ich Menschen, die das Leben (umgekehrt) viel zu ernst nehmen. Personen mit Kleinkindern und solchen, die keine Lust darauf haben eines Tages zu erwachen und festzustellen, dass das Leben ohne geregelte Verhältnisse dann zur Qual wird, wenn man alt ist, möchte ich davon abraten. Und allen, die ihre Zeit nicht verschwenden wollen. Obwohl auch das manchmal sein muss. 😉

Link zum Buch (Goodreads)

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