Die Essensvernichter

Die Essensvernichter

Die folgende Rezension habe ich vor einiger Zeit geschrieben. Meine Meinung zu diesem Buch hat sich, im Wesentlichen, nicht geändert. Dennoch möchte ich der Lektüre etwas vorausschicken.

Inzwischen haben es einige meiner Bekannten gelesen, und es gab ein paar anregende Diskussionen zu diesem Thema. So bewundern viele die Methoden, die in diesem Buch gepriesen werden (etwa das ‚Mülltauchen‘), andere hingegen finden das (nach wie vor) abstoßend. In einem Punkt scheint es allerdings keinerlei zweifel zu geben: Es muss endlich etwas getan werden, damit dieser Wahnsinn ein Ende hat.

Und man muss, bei allem Ekel der aufkommt, auch eines bekennen: Das Buch zeigt Wirkung. Mein Fleischkonsum hat sich drastisch reduziert. Und ich überlege zweimal, bevor ich etwas kaufe, was zB. für die Jahreszeit absolut unpassend ist.

Die Rezension

Ich habe lange mit mir gerungen, als es darum ging dieses Buch zu beurteilen. Hauptsächlich, weil mich der Inhalt nicht besonders begeistert hat. Die Darstellungsform war mir in vielen Punkten zu sehr auf Wiederholung aufgebaut; gleiche Vorwürfe wurden ständig neu formuliert hervorgebracht – und im Grunde genommen hätte vermutlich auch ein Flugblatt für die Kernthemen ausgereicht.

Natürlich ist es nicht uninteressant einige Daten zu etwas zu erhalten, was längst jeder weiß: Wir verschwenden zuviel. Gerade bei den Lebensmitteln.

Das große Schütteln

Interessant ist, dass ich das Buch deshalb trotzdem nicht schlecht finde. Leider graut mir zu sehr vor der Idee des „Mülltauchens“ (stibitzen von Lebensmitteln aus Händlercontainern). Ich kann einfach nicht toll finden, wenn man ein Stück Brokkoli zerkaut, dass jemand zwischen zwei verrottenden Schweinefleischstücken gefunden hat. Es tut mir Leid.

Und dennoch hat es mich irgendwie beeinflusst. Ich überlege, wie ich hier in der Gegend an entsprechendes (Bio?) Gemüse gelange, ohne eine große Lebensmittelkette konsultieren zu müssen.

Seltsam, oder?

Wie auch immer – ich habe den Mittelweg gewählt. Möge jeder selbst entscheiden. 😉

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11 Kommentare zu “Die Essensvernichter”

  1. Beim Einkauf von Gemüse kommt es nicht nur auf die Jahreszeit an, sondern auch auf das Herkunftsland. Du willst Dir gar nicht vorstellen, was hier los war, als Mooggie mal mit Mais aus Thailand kam. Oder das andere mal, als BabyBruder Zwiebeln aus Neuseeland kaufen wollte, weil die zwei Kronen billiger waren, als die norwegischen. Ich mein, wie weit muss man sein, dass man ZWIEBELN aus NEUSEELAND importiert?!

    Empfehlen tue ich Dir die Seite http://www.utopia.de

    Außerdem hat die geübte Weltretterin mit einmal Google das hier für Dich gefunden:

    http://www.umweltberatung.at/start.asp?ID=15950

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  2. Valentin Thun hat zum gleichen Thema einen Dokumentarfilm gedreht, „Taste the waste“. Da hab ich einen Artikel drüber für den Provocateur geschrieben, den kann ich dir gerne als PDF schicken, wenn es dich interessiert.

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    1. Gerne, immer her damit. Finde das Thema sehr spannend. Bei ‚Taste the waste‘ handelt es sich allerdings um den Film, den Thun & Co. hier als Buch abgefasst haben. Selbiges enthält deshalb auch Photos, die man wärend der Dreharbeiten aufgenommen hat…

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  3. Ich kenne das Buch jetzt nicht und habe auch nicht wirklich vor, es zu lesen, aber dennoch halte ich so etwas für wichtig. Wenn Leute, die sonst nichts haben, nach „essen tauchen“, ist das doch eine legitime Sache, wie ich finde. Sollte aber wirklich nicht jeder tun 🙂
    Was aber jeder tun sollte, und was es ja auch bei dir bewirkt zu haben scheint, ist, dass man darüber nachdenkt, bevor man etwas kauft. Hab mir viele Gedanken über solche Sachen gemacht, und ich denke, wenn jeder sein kleines Scherflein beiträgt, wird am Ende doch etwas bewirkt. Es müssen halt nur genug Menschen mitmachen.

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    1. Ich hab‘ das Buch gelesen weil ich das Thema als sehr wichtig empfinde. Allerdings muss ich schon sagen, dass es gar nicht so leicht ist sich an alle guten Vorsätze zu halten… 😦

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      1. Es geht ja gar nicht darum, sich immer an alle guten Vorsätze zu halten. Wenn man welche hat, und sich meistens daran hält, ist das doch schon mal was 🙂

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  4. Ich lese das Buch grade und entnehme ihm verwundert, dass das Mülltauchen in Deutschland strafrechtlich verfolgt wird, was sonst in jedem anderen Land der Welt als Lapalie durchgeht.
    Hier wird der Müll weggesperrt und bewacht! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen…
    Ja, das Buch enthält nicht viel neues, aber es lässt einen schon den Konsum mal wieder neu überdenken.

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    1. Die Rechtslage ist zB. in AT kaum anders. Aber exekutiert wird das hier nicht. Vermutlich, weil es das Ende jeder Reputation bedeuten würde. Ansonsten geb‘ ich Dir Recht – irgendwie kurbelt es die Ethik-Maschine im Gehirn durchaus wieder an.

      Und das ist letztlich das Beste, was es tun kann…

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