Kriminalgeschichte des Christentums (‚Die Frühzeit‘)

Kriminalgeschichte des Christentums

Eines voraus: Karlheinz Deschner ist der bedeutenste Zweifler an der modernen (Kirchen-) Geschichte, den wir in unseren Breiten kennen. Als er zu ‚Und abermals krähte der Hahn‘ recherchierte war ihm noch nicht klar, dass der auf das Buch folgende Verriss, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache erfolgt, dass der Verleger des Werkes kalte Füße bekommen hatte, ihn dazu anstachelte ein wenig detailreicher zu begründen WAS das Christentum in seinen Augen derart widerwärtig machte.

Man genehmigte ihm ein schmales Bändchen, das er liebevoll mit dem Titel ‚Kriminalgeschichte des Christentums‘ hätte überzeichnen sollen. Doch mit der Zeit schwoll allein der Berg an Belegen so weit an, dass schnell klar wurde: Von schmal konnte gar keine Rede sein.

Passion Deschners

Und so begann er mit den Arbeiten an der Reihe. Schon der erste Band ‚Die Frühzeit‘ übertraf den ursprünglich der ganzen Geschichte zugestandenen Umfang um das Doppelte. Dabei beginnt er mit einem Exkurs in die ‚vorchristliche‘ Zeit, in jene des alten Testaments. Er zeigt auf, wie es dazu kommen konnte, dass ein kleiner Wüstengott sich aufschwingen konnte zum götterhimmlischen Leithammel und später gleich zur ganzen Herde.

Bis ins fünfte Jahrhundert reicht ‚Die Frühzeit‘ nur, denoch lernen wir schon die wichtigsten Kirchenväter kennen – und mit ihnen all den Hass und die Gewalt, für die diese Religion später bekannt und durch die sie groß wurde.

Die Qual und die Wahl

Wer Deschners erstes Werk liest muss sich entscheiden: Möchte er seiner erdrückenden Beweislast glauben schenken – oder lieber jenen, die er in seinem Werk skizziert. Letzters hat vor Allem einen Nachteil: Damit das überhaupt je wieder möglich wäre, müsste man Gegenbeweise erbringen. Und das wird wohl nicht gelingen.

Warum sein Werk nicht Standard an den Schulen ist hängt wohl mit Verträgen zusammen, deren Hintergrund wir erst durch die Lektüre verstehen. Vielleicht wird, in absehbarerer Zukunft, auch dieser letzte Schutzwall vor der Erkenntnis darüber, mit wieviel Blut die Menschen sich die ‚ewige Wahrheit‘ erkauft haben, eingerissen. Dann werden wir Deschner die Achtung zukommen lassen können, die er verdient.

Es gibt niemanden, dem ich dieses Buch nicht empfehlen möchte.

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