Den Datenklaus ad ACTA legen…

ACTA ist eine ernste Bedrohung.

Unglaubliches spielt sich im Moment ab, in dieser Welt. Alte Systeme, von denen man längst angenommen hatte, sie hätten ihren Tod akzeptiert, geben kräftige Lebenszeichen von sich und terrorisieren die Menschheit mit dem fauligen Atem der Copyright-Verwertungsindustrie.

Ungeniert versucht sie sich zurückzuholen, was schon vorher nicht ihr Eigentum war: Die Rechte an Ideen, die sie anderen abkaufen mussten. Das Konzept des globalen Zusammenhalts, des Wachsens an gemeinsamer Denkkapazität, ein Gedanke geschmiedet aus der simplen Feststellung, dass ein Gehirn weniger leistet als viele zusammen, ist ihnen ein Dorn im Auge. Zumindest dann, wenn nicht alle so viel zahlen können, wie die Industrie das gerne hätte: Der Preis für Ideen kann von dieser nämlich recht willkürlich festgelegt werden.

Pseudo-intellektueller Terrorismus

Der Geldadel möchte seine Vormachtstellung behalten. Nicht, dass das verwundert, aber die Dreistigkeit dabei ist neu. Von allen Seiten strömen die miesen Ideen auf das digitale Zeitalter ein – und treiben heftig Blüten. Sein politischer Arm, antropomorphiert durch diverse übertaktete Lokalpolitiker (zu dieser Bemerkung darf ich dieses Video empfehlen, welches das gemeinte Getippsel vertont und verbewegt-bildert hat :mrgreen: ) dazu, ihren Cerebraldurchfall über das Internet zu verbreiten.

Die bürgerliche Gesellschaft

Woher genau das Selbstbewusstsein der ‚bürgerlichen Kaste‘ (als Anmerkung für politisch unbedarfte: Damit sind nicht die Bürger eines Staates, sondern Menschen einer politischen Richtung gemeint, die in DE von der CDU/CSU, AT von der ÖVP vertreten werden) ist nicht ganz klar. Nennenswerte Erfolge, außer der aktuellen Wirtschaftskrise, haben sie nicht vorzuweisen. Schade, dass die Rechtfertigung dafür also höchst virtuell ist, sich aber außerhalb des Internet befindet. So hätte man wenigstens ihre eigenen ‚Waffen‘ gegen sie benutzen können (AH! Hier ist die Schlachten-Rhetorik also!)

Wer ist zu schützen?

Interessant an den letzten Entwicklungen ist vor allem, über was tatsächlich nachgedacht wird. Längst geht es nicht mehr um Bürgerrechte, auch wenn zB. ein Herr Heveling das gerne behauptet. Es geht um die Verwertungsrechte, um nichts weniger. Denn eine Diskussion darüber, was eigentlich mehr Wert für die Menschen hat (und worauf sie folglich ein Recht haben sollten!) gibt es nicht. Höchstens die Positionen, die schon Karl Marx persönlich kritisiert hat.

Wenn ich’s mir recht bedenke: Eigentlich ist alles wie immer. Auch, dass die Menschen sich darüber zu beklagen beginnen. Hoffen wir, dass das Ergebnis neu und zu unseren Gunsten ist.

Schlusswort

‚Mann wegen Datenklaus verhaftet!‘ – ist eine potenzielle Schlagzeile, wie sie nach in-Kraft-treten der ACTA-Protokolle häufiger vorkommen kann (und bestimmt wird!). Damit ist nicht eine spezielle Form des ‚Klaus‘, analog zum Beliebten ‚Horst‘, gemeint, sondern tatsächlich der Umstand, dass jemand Daten entwendet hätte. Gestohlen. Kopiert. Die Grenzen zwischen diesen drei (eigentlich gänzlich unterschiedlichen) Kategorien werden erst verschwimmen, dann ganz verschwinden.

Ich bin parteiisch? Gut. Ich bin nämlich eine Partei. Ihr übrigens auch.

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