Warum das Twitter-Blackout?

Nicht wirklich das Problem: Twitter

Eigentlich ist ein großer Teil der Vorwürfe, die man Twitter in den letzten Tagen (seitens seiner User) gemacht hat, schlichtweg nicht wahr. Proklamiert wurde, dass das US-Unternehmen sich in Zukunft viel weiter mit der Zensur von Posts beschäftigen will, die politischen Verantwortlichen nicht in den Kram passen. Aber ist das wirklich so? Und wenn sich das als falsch herausstellen sollte – warum habe ich dann trotzdem einen Tag lang keine Meldungen über den Microblogging-Dienst verbreitet?

Es geht um mehr

Der Kampf um die Freiheit des Internet hat längst begonnen. Und nicht nur um die des WWW! Auch, wenn das viele nicht sehen wollen, geht das Zeitalter der Demokratie zu Ende. Hie und da bemerkt man schon, wie sich einzelne neue Methoden und Mechanismen in den Alltag einschleichen. Zum Beispiel, wenn offen darüber gesprochen wird einem Staat die Hoheit über seine Steuern zu entziehen. Oder, wenn Rating-Agenturen angeblich souveräne Staatengebilde wie die (potenziell) mächtige Europäische Union zur Anlassgesetzgebung zwingen können.

Symptom, nicht Auslöser

Freilich könnte man sich jetzt fragen, was das alles mit Twitter zu tun hat. Und die Frage ist natürlich auch berechtigt. Sieht man davon ab, dass ZAPP mit ihrem Artikel einen Putzlappen geschaffen haben, den sie in jede Menge Selbstgefälligkeit und Besserwisserei tränkten, ehe sie damit versuchten den Menschen den Sand aus den Augen zu wischen, ist selbiger sicherlich nicht zu weit von der Realität entfernt (und in sofern sogar nötig!).

Was Twitter angekündigt hat ist tatsächlich nicht als Rückschritt zu begreifen – solange sichergestellt wird, dass es jetzt für nationale Bürokraten nicht noch einfacher geworden ist Zensur durch die Hintertür einzuführen. ABER es hat eindeutig auf eine Menge Menschen so gewirkt. Und genau da kommt etwas ins Spiel, was ich gerne den ‚Uuuups-Effekt‘ nennen möchte: Das einzig richtige Verhalten auf die Gefahr einer Verschlechterung der Meinungsfreiheit muss bekämpft werden. Ein Aufschrei mit folgendem Boykott ist notwendig um klar zu machen, dass man sich nicht einfach alles gefallen lassen wird.

Wo ein Unternehmen, ein Staat oder eine andere Stelle die Rechte der Meinungsfreiheit berührt muss sie gerade zu Panik davor haben einen Fehler zu machen! Nur so kann verhindert werden, dass man Bürgerrechte mit Füßen tritt. Lieber einmal zuviel eine Firma abgestraft, die sich nicht angemessene Mühe gemacht hat die Zweifel an ihrer Aufrichtigkeit und Freiheitsliebe auszuräumen, als einmal vergessen und teilentmündigt.

Nein, bei dem Twitter-Boykott ging es (vor Allem mir) nicht darum zu verhindern, dass dieser eine Dienst die Zensur endgültig einführt. Es ging darum allen damit befassten ein Lebenszeichen des Skeptizismus zu senden. Die Menschen werden nicht einfach alles hinnehmen.

Ich hoffe, dass sie es verstanden haben. Und beim nächsten Mal wesentlich vorsichtiger sind. WIR werden es nämlich auch sein.

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