Buchhändler und das eBook

Grundsätzlich bringt mich das ‚eBook‘, als Mensch, in die Bredouille. Nicht, weil ich damit nicht umzugehen weiß – einen Einschaltknopf erkenne ich noch auf 1 Meter! – sondern weil ich es mit einem ‚lachenden‘ und einem ‚weinenden‘ Auge betrachten muss.

Als Mensch im 21. Jahrhundert, sozialisiert in einer technologiegläubigen Gesellschaft wie jener der 1980er und 1990er Jahre, gibt mir das Herumtragen von kleinen elektronischen Geräten wie eBook-Readern und Tablet-PCs das Gefühl unglaublicher Überlegenheit gegenüber unseren Vorgängergenerationen. Als das MP3-Format eingeführt wurde, dachte ich, dass nun die Zukunft begonnen hatte – und freute mich schon auf das Hover-Board aus ‚Zurück in die Zukunft‘ (von dem uns tatsächlich nur noch 3 Jahre trennen, wie wir wissen!). Als man anfing das Internet auf Handys zu packen, dachte ich, dass ich mir wohl kein neues Auto mehr anschaffen muss, weil ich ohnehin demnächst zur Arbeit beamen würde.

Und jetzt? Wir können 24 Stunden am Tag online sein, und dabei auf nichts weniger als das kollektive Wissen der Menschheit zurückgreifen! Wer nicht weiß, was ich meine, soll erstmal versuchen sich ein russisches Buch schicken zu lassen! Ein russisches eBook (zugegeben: noch ist es ja nicht sooo einfach, aber das ist wirklich nur mehr eine Frage der Zeit) hingegen: Das funktioniert schon besser.

Das eBook und sein Reader, oder ein Tablet, sind Ausdruck einer Verbundenheit, wie es sie nie zuvor gegeben hat.

Doch die Kehrseite der Medaille lässt einen natürlich grübeln. Wie in anderen Bereichen auch, versuchen große Konzerne den Vernichtungsschlag gegen ihre ‚Eigentlich-Gar-Nicht-WIRKLICH-Konkurrenz‘ aussehen zu lassen, als würde man sich ein Gewässer teilen wollen, in dem man nach Kunden angelt. Erreicht wird das, indem man alles tut, was die Ethik verbietet. Amazon ist ein grandioses Beispiel dafür.

Und zu guter Letzt: Ich bin Buchhändler. Das eBook bedeutet, mit ziemlicher Gewissheit, starke Einbußen und Umwandlungen (von denen keineswegs klar ist, ob sie erträglich sind).

Was soll man also davon halten? Ich weiß es nicht…

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