Darf’s ein wenig peinlicher sein?

Zugegeben: Man erlebt tatsächlich jeden Tag etwas. Aber wer kann schon behaupten drei so wunderschöne Beispiele für wirklich peinliche Situationen quasi ‚in einer Reihe‚ erlebt zu haben? Außer meiner Wenigkeit natürlich…

Der Hinterteil-Zwischenfall

Unschuldig, wie ich nun einmal bin, begab ich mich früh Morgens – wie gewohnt – zur Busstation meines Vertrauens. Der Weg kurz, die Weile lang trottete ich den ewig gleichen Pfad entlang und erreichte schließlich mein Etappenziel in Rekord-(Tief)-Stimmung. Im Wartehäuschen saßen bereits ein paar baldige Reisegefährten und harrten der verspäteten Busse, die da irgendwann daherkommen würden.

Unter ihnen auch eine junge Dame. Gleichwohl ich verheiratet bin, bin ich nicht blind und stelle auf diesem Wege zwei Dinge fest: Erstens hat mich die Gesellschaft tatsächlich so hingebogen, dass ich beim Anblick einer schönen Frau sofort darüber nachdenken muss, dass ich deren Äußeres nicht vorbehaltlos bewundern kann – und Zweitens, dass 18jährige ihren Reiz für mich großteils verloren haben.

Wenige Augenblicke später vergaß der Fahrer des Busses sich (wie seine Kollegen) angemessen zu verspäten – oder war übermäßig motiviert. Jedenfalls trudelte er endlich ein und hielt vor dem kleinen Wartehäuschen. Die graue Masse setzte sich in Bewegung und meiner-Einer direkt hinter ihr.

Vor mich drängelte sich die junge Dame. Der kleine Stau hinderte sie daran sofort nach dem setzen des ersten Fußes in das Gefährt weiterzugehen – und so war sie dazu gezwungen in dieser Pose zu verharren. Und dann passierte es. Das, worauf Generationen von Männern ihr Leben lang warten: Sie beugte sich leicht nach vor – und litt Wimpernschläge später unter der kalten Dezember-Zugluft, die plötzlich ihr Hinterteil erfasste. Denn die (besonders lässige, mit einem Bund jenseits der Sinnhaftigkeit versehenen) Hose rutschte nach unten und entblößte einen wirklich netten String-Tanga.

Verschnupfte Nasen

Als verantwortungsbewußter Vater habe ich stets Taschentücher eingepackt. Vor Allem während meiner Weihnachtsmarkt-Tour vom vergangenen Samstag (mit meinem älteren Sohn) war ich ausgesprochen dankbar, dass ich mir das angewöhnt hatte. Blöd nur, dass zu diesem Zeitpunkt mein eigentlicher Vorrat ausgegangen war und ich dazu gezwungen war auf Alternativen umzusteigen.

Also wickelte ich etwa einen halben Meter Toilettenpapier auf und steckte selbiges (in einer übrig gebliebenen Taschentuch-Plastikhülle) in meine Gesäßtasche. Wie auch immer es geschah: Irgendwann, im Laufe dieser Tour, muss ich die Hülle wohl verloren haben; also steckte ich den Rest einfach so ein.

Das Schicksal baute also für jenen Moment vor, wie ich gerade bemerke…

Wie auch immer: ich vergaß das Teil. Bis zu jenem Augenblick (heute), an dem man mich darauf aufmerksam machte, dass sich dieses verdammte Teil irgendwie ein Stück weit entrollt hatte. Gerade genug, um (oben von meiner Weste verdeckt) so auszusehen, als hätte ich einen Schwanz aus Toilettenpapier. Woher der kam – dazu hatte der freundliche Überbringer der (für ihn) heiteren Kunde bestimmt seine Vermutungen. Und ich versuchte erst gar nicht zu erklären wie das passiert war. Er hätte es wohl ohnehin nicht geglaubt. 😉

Unser schottischer Mitarbeiter

Nur, wer mich nicht kennt, bringt mich nicht automatisch mit Star Trek in Verbindung. Meine Leidenschaft für das Universum von Gene Roddenberry ist legendär, allen ‚Nerd‚-Rufen zum Trotz. Das nur zur Einleitung.

Eine ältere Dame rief bei uns in der Buchhandlung an und wollte wissen, wie lange es wohl dauerte ein Buch zu bestellen. Natürlich wurde sie von meinem Kollegen sofort aufgeklärt, dass man das pauschal nicht sagen konnte (zumal es ja auf den Verlag usw. ankäme), viele allerdings schon am morgigen Tag verfügbar wären.

Was für die meisten Kunden eine frohe Botschaft war, schien der Dame nicht zuzusagen – sie wollte wissen ob es nicht möglich wäre schneller an die erhofften Buchstabensammlungen zu kommen.

„Tut mir Leid.“, hörte ich den Kollegen sagen. „Unser Transporter ist leider defekt. Und der einzige Mitarbeiter, der ihn reparieren könnte, Herr Scott, hat sich an einer Konsole den Kopf gestoßen und ist derzeit im Krankenstand.“

„Ach … Scott. Ist das der freundliche junge Mann, bei dem ich sonst immer bestelle? Das tut mir aber Leid. Richten Sie ihm bitte ‚Gute Besserung‚ von mir aus…“

Advertisements

Dein Senf:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s