Von eBay, Menschen mit null IQ und Wochenenden…

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Beinahe meine gesamte Baby-Grundausstattung habe ich bei eBay ersteigert. Man mag mich für knausrig halten – aber ich bezahle einfach nicht gerne ~20 Euro für ein einziges Baby-Shirt, wenn ich einen ganzen Karton Kleinkinderwäsche für den selben Preis haben kann.

So kommt’s, dass ich inzwischen etwa 60 Mal (positiv!) beurteilt wurde. Ich mag nicht immer sofort zahlen – aber ich bezahle innerhalb einer angemessenen Zeitspanne und bin ein verhältnismäßig angenehmer Käufer (ich nörgle nicht).

Doch heute wurde mir eine neue Erfahrung zu Teil. Man hat mir, via offizieller eBay-Schlichtungsstelle, eine Drohung gesandt. Würde ich nicht innerhalb der nächsten Woche (!) zahlen, so könne es geschehen, dass mir der Zugang zur Plattform in Hinkunft (zumindest teilweise) verwehrt bliebe.

Der Verkäufer des Artikels […] hat Ihre Zahlung für diesen Artikel entweder nicht registriert oder noch nicht empfangen und er hat daher einen Fall wegen eines nicht bezahlten Artikels gemeldet.

Ihre Zahlung muss bis zum Samstag, 03. Jul. 2010 18:52:05 MESZ eingehen, da ansonsten in Ihrem Mitgliedskonto ein Fall wegen eines nicht bezahlten Artikels vermerkt wird (und Ihre Nutzungsrechte eingeschränkt werden können).

Sensationell. Schnell nachgesehen wer denn diese Liebesgrüße versand hat musste ich feststellen, dass es sich um den Verkäufer eines kleinen Kartons mit unterschiedlichen Kleidungsstücken handelte – den ich am Freitag davor erstanden hatte.

Ich bin ein ruhiger Mensch. Aber das war eine höchst peinliche und ausgesprochen dümmliche Aktion. Inzwischen weiß ich, dass es sich beim Verkäufer um eine Dame handelt. Ihr Verkäufername soll hier ungenannt bleiben – aber er endet (und das ist nicht nur „brisant“ sondern durchaus erwähnenswert) auf ***iq0. Sensationell. „Null IQ“ also.

Fr. Null IQ hat mich beschuldigt nicht zu zahlen. Es sei festgehalten, dass mich diese Nachricht an einem Montag erreichte (mit jenem der Ersteigerung also am 4. Tag des Gesamtvorgangs). Hätte sie mich persönlich kontaktiert (etwa durch die Message-Funktion der Plattform), so hätte ich sie bestimmt höflich darauf hingewiesen warum der Zahlungseingang noch nicht erfolgt war – so aber sah ich mich gezwungen meiner Belustigung freien Lauf zu lassen. Zwar war mir das – auf Grund der Beschränkung auf 1.000 Zeichen – nicht in angemessenem Maße möglich, doch ich denke ich habe mein Anliegen mit brauchbarer Verständlichkeit versehen vorgetragen. Hier das Ergebnis:

Ich möchte mich bei Ihnen bedanken. Nicht nur, dass ich eine neue Funktion bei eBay kennen gelernt habe (eine solche „Meldung“ habe ich zuvor nicht einmal aus der Theorie gekannt) – Sie haben auch mein Erfahrungsspektrum im Bezug auf diese Plattform drastisch erweitert.

Ich weiß nun etwa, dass es auch eBayer gibt, die tatsächlich lieber virtuell pöbeln als den (zugegebener Maßen umständlichen) Weg eines persönlichen Kontaktes zu gehen. Bei 59 positiven Beurteilungen des Käufers (Zitat: „Blitzschnelle Überweisung […]“) nicht auf diese (vermeintlich abstruse) Idee zu kommen ist eine Zurschaustellung sozialer Inkompetenz, die ihresgleichen sucht.

Aber ich habe mich dazu entschlossen Ihnen einen Ratschlag zu erteilen. Ein Blick auf Ihren Kalender hätte Ihnen nämlich verraten, dass zwischen einem Freitag und einem Montag traditionell ein Wochenende liegt. Banken arbeiten am Wochenende nicht. Der Zahlungsverzug beträgt also 1 Tag. Und wegen einem Tag via eBay zu drohen ist armselig.

An meinem Sterbebett werde ich vermutlich noch bedauern, dass nicht ausreichend Platz in der Nachricht für den Nachsatz war, der mich wohl in meine schlaflosen Nächste verfolgen wird.

…und ich hoffe, dass Sie die 13 Euro – von welchen ich auf Grund Ihrer scheinbar von einer Panikattacke getriebenen (Über-) Reaktion glaube, dass Sie über Ihr finanzielles Wohlergehen bestimmen – gewinnbringend in Ihre Bildung investieren. Ein Kalender etwa wäre ausgesprochen passend.

Leute gibt’s – die gibt’s gar nicht…

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4 Kommentare zu “Von eBay, Menschen mit null IQ und Wochenenden…”

  1. Moin Daniel,

    das ist ja der Hammer. Abgesehen von der Raffgier der Verkäuferin (du hättest das Geld ja wohl auch wirklich schon mal überweisen können, bevor du überhaupt dein Interesse an dem Kauf der Ware bekundet hattest), scheint mir das System „Ebay“ auch nicht sehr viel intelligenter zu sein. In diesem Fall wäre eine Meldung an die gute Frau mit einem freundlichen Hinweis auf das Wochenende angebrachter gewesen, als die stupide, mit Androhung negativer Konsequenzen verbundene Weiterleitung ihrer Beschwerde.

    Gruß von der Nordseeküste,
    juwi

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    1. Aloha! 🙂

      Sorry, dass es 2 Monate dauerte ehe ich antworte – aber gut Ding braucht Weile, auch wenn es in diesem Fall nur ein kräftiges (virtuelles) Nicken ist. 🙂

      lG,
      Daniel

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  2. Du, danke. Jetzt weiß ich zumindest, was mir eBay antuen würde, wäre ich bei den eBay- Überweisungen genauso schlampig, wie mit meinen restlichen Überweisungen. ^^ Mit eBay- Verkäufern ist nicht zu Spaßen…

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